Frei#  Die Schwere der akuten Divertikulitis erstreckt sich von milder einfacher Entzündung bis perikolischen Abszessen oder Perforation mit fäkulenter Peritonitis. Eine aktuelle Studien-Übersicht (1) in der Fachzeitschrift British Journal of Surgery untersuchte konservative -wie den richtigen Zeitpunkt der Antibiotika-Therapie- und minimalinvasive Therapie-Strategien bei akuter Divertikulitis.

In den Datenbanken MEDLINE from PubMed, Embase and the Cochrane Library wurden nach passenden Studien in den letzten 10 Jahren für diese Fragestellung gesucht. Ergebnisse:

-Divertikulitis tritt regelmäßig in westlichen Ländern auf, dabei entwickeln lediglich einer von fünf Patienten Komplikationen (wie Abszess und Perforation) bei der ersten akuten Episode.

(Medknowledge-Anmerkung: Anscheinend werden die Fälle als unkompliziert und kompliziert klassifiziert, je nach dem ob Komplikationen vorhanden sind.). -Die Perforationsrate beträgt 3-5 Fälle per 100.000 Menschen. -Antibiotika-Therapie ist für milde Verläufe oft nicht notwendig, Patienten mit leichten unkomplizierten Verläufen können oft ambulant behandelt werden.)

-Antibiotika und Krankenhauseinweisung sind für Fälle mit komplizierter Divertikulitis notwendig, die entweder durch die Bildgebung (oft Abdomen-CT, Sonographie) oder durch septische Verläufe erkannt werden.

-Divertikelabszesse (bei ca. 5% der Fälle) sollten perkutan drainiert werden, falls Antibiotika alleine nicht ausreichend sind.

-Laparoskopische Therapie der perforierten Divertikulitis ohne fäkalen Austritt in den Peritonealraum (Nicht-Fäkale Divertikulitis) ist bei selektierten Patienten möglich, und Peritoneallavage mit Antibiotika-Therapie kann möglicherweise eine Kolonresektion mit Stoma-Anlage verhindern.

Die Autoren betonen, dass bisher die publizierten Erfahrungen sich weltweit auf 800 Fälle begrenzen. Es sollten weitere randomisierte Studien durchgeführt werden, deren Ergebnisse den Ärzten bei Entscheidungsfindung zum therapeutischen Vorgehen helfen.

Fazit: Die Therapie der Divertikulitis entwickelt sich in Richtung konservative und minimalinvasive Therapien. Unkomplizierte Fälle brauchen oft keine Antibiotika, und können in der Regel ambulant behandelt werden. Komplizierte Fälle (Abszess, Perforation, Sepsis) können häufig durch neue laparoskopische Eingriffe therapiert werden.

1-McDermott et al: Minimally invasive and surgical management strategies tailored to the severity of acute diverticulitis. Br J Surg. 2014 Jan;101(1):e90-9. doi: 10.1002/bjs.9359. Epub 2013 Nov 21. 

 

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