frei#  Grosse Studie der The Look AHEAD Research Group (1): Überraschenderweise führte eine umfassende Änderung der Lebensgewohnheiten mit dem Ziel der Gewichtsreduktion bei übergewichtigen oder adipösen Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 nicht zur Verringerung der Rate kardiovaskulärer Ereignisse wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Die Ärzte sollten jedoch ihre Patienten weiterhin ermutigen, ihren Lebensstil zu ändern: In der Interventionsgruppe kam es zu einer stärkeren Gewichtsabnahme, und andere Studien hatten ergeben, dass Bewegung, Diät und Gewichtsabnahme vor allem bei Frühdiabetes-Typ-II die Blutzucker-Werte wieder normalisieren kann.

Aufgrund von Ergebnissen aus Kurzzeitstudien wird übergewichtigen und adipösen Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 eine Gewichtsreduktion empfohlen. Langzeiteffekte auf kardiovaskuläre Erkrankungen sind unbekannt. Im Rahmen der Studie wurde untersucht, ob eine umfassende Änderung der Lebensgewohnheiten mit dem Ziel der Gewichtsreduktion die kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität der Patienten senkt. In 16 Studienzentren der USA wurden 5145 übergewichtige oder adipöse Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 randomisiert zwei Studiengruppen zugeteilt: eine Gruppe mit verringerter Kalorienzufuhr bei gesteigerter sportlicher Aktivität zur Gewichtsreduktion (Interventionsgruppe), die andere Gruppe mit unterstützender Diabetesschulung (Kontrollgruppe). Während eines maximalen Follow-up von 13,5 Jahren wurde ein Gesamtscore bestehend aus kardiovaskulär bedingtem Tod, nicht-tödlichem Myokardinfarkt, nicht-tödlichem Schlaganfall und Hospitalisierung aufgrund von Angina pectoris bestimmt. Die Studie wurde nach einer Zwischenanalyse vorzeitig bei einem medianen Follow-up von 9,6 Jahren abgebrochen. Die Gewichtsabnahme war während der Studie durchwegs in der Interventionsgruppe stärker als in der Kontrollgruppe (8,6% versus 0,7% nach 1 Jahr; 6,0% versus 3,5% am Studienende). Eine umfassende Änderung der Lebensgewohnheiten führte auch zum stärkeren Absinken des glykosylierten ?-Hämoglobins (HbA1c) sowie zu deutlicheren Ansätzen einer verbesserten Fitness und sämtlicher kardiovaskulärer Risikofaktoren, ausgenommen des Low-density-lipoproteins (LDL) Cholesterin. Bei 403 Patienten der Interventionsgruppe und 418 Patienten der Kontrollgruppe trat der Primäroutcome ein (1,83 beziehungsweise 1,92 Ereignisse pro 100 Personenjahren; Hazard Ratio der Interventionsgruppe 0,95; 95%-Konfidenzintervall 0,83 – 1,09; p=0,51).

Fazit: Eine umfassende Änderung der Lebensgewohnheiten mit dem Ziel der Gewichtsreduktion führte bei übergewichtigen oder adipösen Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 nicht zur Verringerung der Rate kardiovaskulärer Ereignisse. (Förderung durch National Institutes of Health und andere Institutionen; Look AHEAD ClinicalTrials.gov number, NCT00017953 .

1-The Look AHEAD Research Group: Cardiovascular Effects of Intensive Lifestyle Intervention in Type 2 Diabetes. June 24, 2013DOI: 10.1056/NEJMoa1212914

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