Anerkannte Medikamente für die Therapie der Alkoholabhängigkeit werden bei weniger als 9% der Alkoholkranken US-Amerikaner verschrieben. Gabapentin (Neurontin®) ist ein Antiepileptikum, welches als Analogon der ?-Aminobuttersäure Calciumkanäle moduliert. Gabapentin (Neurontin®) wird des Weiteren zur Schmerztherapie bei diabetischer Neuropathie, postherpetische Neuralgie aber auch bei Restless-Legs-Syndrom (RLS) verwendet.

Ziel einer aktuellen Studie (1) war er herauszufinden, ob Gabapentin die Rate an dauerhafter Abstinenz und die Rate derer, die keinen starken Alkoholkonsum haben erhöht und ob es alkoholbedingte Insomnie, Dysphorie und Craving dosisabhängig reduziert.

Es wurde eine 12-wöchige, doppelblinde, plazebo-kontrollierte, randomisierte Dosierungsstudie mit 150 Männern und Frauen älter als 18 Jahre, die aktuell an einer Alkoholabhängigkeit leiden, durchgeführt. Der Zeitraum war zwischen 2004 und 2010, durchgeführt wurde die Studie an dem einzigen Standort einer Einrichtung mit Ambulanz und klinischer Forschung, angeschlossen an ein allgemeines Krankenhaus. Die Interventionen der Studie beinhalteten die orale Gabe von Gabapentin ( in den Dosierungen 0 [Plazebo], 900 mg, oder 1800 mg/d, begleitend wurde eine manuell-geführte Therapie durchgeführt. Die Hauptmerkmale und Messwerte der Studie waren die Raten von kompletter Abstinenz und dem Fehlen einer starken Alkoholabhängigkeit (primär) und Veränderungen bezüglich Stimmung, Schlaf und Craving (sekundär) über den Studienzeitraum von 12 Wochen.

Gabapentin verbesserte signifikant die Abstinenzraten und die des starken Alkoholkonsums. Die Abstinenzrate betrug 4.1% (95% KI, 1.1%-13.7%) in der Plazebo-Gruppe, 11.1% (95% KI, 5.2%-22.2%) in der 900-mg-Gruppe und 17.0% (95% KI, 8.9%-30.1%) in der 1800-mg-Gruppe (P?=?.04 für den linearen Dosis-Effekt; die number needed to treat [NNT]?betrug 8 bei der 1800 mg-Dosierung). Die Rate derer, die nicht an starkem Alkoholkonsum litten, betrug 22.5% (95% KI, 13.6%-37.2%) in der Plazebo-Gruppe, 29.6% (95% KI, 19.1%-42.8%) in der 900-mg-Gruppe, und 44.7% (95% KI, 31.4%-58.8%) in der 1800-mg-Gruppe (P?=?.02 für den linearen Dosis-Effekt; NNT?=?5 bei der 1800 mg-Dosierung). Ähnliche lineare Dosis-Effekte wurden bei der Messung von Stimmung (F2?=?7.37; P?=?.001), Schlaf (F2?=?136; P?<?.001) und Craving (F2?=?3.56; P?=?.03) beobachtet. Es gab keine schwerwiegenden medikamenten-abhängige negative Ereignisse und die Abbruchrate aufgrund von negativen Ereignissen (9 von 150 Teilnehmern), verbrachte Zeit in der Studie (gemittelt [SD], 9.1 [3.8] Wochen), und die Rate der Vervollständigung der Studie (85 von 150 Teilnehmern) unterschied sich nicht innerhalb der Gruppen.

FAZIT: Gabapentin (v.a. in der 1800 mg-Dosierung) war effektiv bezüglich der Therapie einer Alkoholabhängigkeit und den rückfallassoziierten Symptomen, wie Insomnie (Schlaflosigkeit), Dysphorie (Affektstörung) und Craving (Drogen-Verlangen), dabei wies es ein günstiges Sicherheitsprofil auf. Die Wirksamkeit von Gabapentin war relativ Dosis-Abhängig. Gabapentin könnte in der hausärztlichen Versorgung, die Anwendung einer pharmakologischen Behandlung bei Alkoholabhängigkeit, als Behandlungsoption zu stationären Therapie-Maßnahmen steigern.

1-Mason BJ et al. Gabapentin treatment for alcohol dependence: A randomized clinical trial. JAMA Intern Med 2013 Nov 4

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