Hintergrund: Bisherige Studien haben eindeutig belegt, das eine schnell und intensiv erfolgende Therapie-Strategien, wie eine angemessene Ursachen-, Antibiotika-, und organunterstützende Behandlung Meilensteine in der Behandlung von Sepsis Patienten sind.

Vor Allem eine zeitliche Verzögerung der Antibiotikatherapie wurde als Mortalitätsrisiko identifiziert. In einer aktuellen Studie (1) wurden retrospektive Daten aus der „Surviving Sepsis Campaign" (eine internationale seit 2002 laufende Initiative zur Verbesserung der Sepsis Behandlung) ausgewertet und der Zusammenhang zwischen dem Zeitpunkt des Beginns der Antibiose und der Mortalität beurteilt.

Insgesamt wurden Daten von 28.150 Patienten der Jahre 2005 – 2010 ausgewertet, welche aufgrund einer schweren Sepsis oder eines septischen Schocks in einer der insgesamt 165 teilnehmenden Intensivstationen (Europa, USA, Südamerika) behandelt worden waren In der Analyse wurde 17.990 Patienten berücksichtigt, die Antibiotika nach erfolgter Diagnose „Sepsis" erhielten.

Die In-hospital Mortalität betrug 29,7% für die gesamte Kohorte.

Es bestand ein statistisch signifikanter Anstieg der Mortalitätswahrscheinlichkeit, wenn mehr Zeit bis zur ersten Antibiose verstreicht. Die Mortalität stieg stetig an mit jeder weiteren Stunde, in der keine Antibiose erfolgte (bei der Auswertung wurde der Schweregrad der Sepsis, gemessen mittels "sepsis severety score", der Aufnahmeort, z.B. Intensivstation, normale Bettenstation, oder Notfallambulanz, und die geographische Lage im statistischen Modell berücksichtigt).

Diese Ergebnisse wurden sowohl für Patienten mit schwerwiegender Sepsis als auch septischem Schock gefunden und waren unabhängig vom Ausmaß des Organbefalls.

Fazit: Eine großangelegte Analysestudie zeigte den Zusammenhang zwischenverzögerter Einleitung einer Antibiose und der in-hospital Mortalität. Bemerkenswerterweise bestand ein linearer positiver Zusammenhang zwischen dem Mortalitätsrisiko und der verstrichenen Zeit, sodass mit jeder weiteren Stunde das Risiko zunahm. Diese Ergebnisse belegen die Wichtigkeit einer möglichst früh erfolgenden Diagnose und Antibiotikabehandlung der Sepsis in Krankenhäusern.

1- Ferrer et al. Empiric antibiotic treatment reduces mortality in severe sepsis and septic shock from the first hour: Results from a guideline-based performance improvement program. Crit Care Med 2014 Aug;42(8):1749-55

 

 

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