Frei#  Wir stellen zwei Studien vor, die zum einen mit der Häufigkeit einer klinisch relevanten Blutdruckabfall infolge der Notfallintubation (1) und zum anderen mit der Auswirkung der Fehlintubation auf den Reanimationserfolg (2) befassen. Die erste Studie stellen wir ausführlich vor, die zweite wird am Ende in Kurzform kommentiert.

Erste Studie (1):

Die hämodynamische Instabilität als Folge der endotrachealen Notfallintubation (emergent endotracheal intubation; EETI) stellt eine potenziell lebensgefährliche unerwünschte Wirkung dar. Eine aktuelle Übersicht ermittelte die Häufigkeit dieser „postintubation hemodynamic instability (PIHI)". Des weiteren wurden Faktoren erwachsener Patienten untersucht, welche mit dem Auftreten einer PIHI bei der Notfallintubation assoziiert sind.

Die Forscher bezogen dabei Artikel aus Medline ein, die von 1966 bis August 2012 zum Thema veröffentlicht wurden.

In das systematische Review wurden Studien eingeschlossen, in denen Notfallintubationen bei hospitalisierten erwachsenen Patienten durchgeführt wurden. Ausgeschlossen wurden Studien mit routinemäßiger Intubation und Kindern.

Zwei Autoren führten die Datenerhebung unabhängig voneinander durch. Unstimmigkeiten wurden von einer dritten Partei geklärt. Die methodische Qualität der eingeschlossenen Studien wurde mittels Newcastle-Ottawa Quality Assessment Scale (NOS) für Kohortenstudien bewertet.

(Anmerkung: Der NOS in Zusammenarbeit mehrerer Universitäten entstanden um nicht randomisierte Studien nach Design, Inhalt und Schwierigkeit der Datenverarbeitung klassifizieren zu können. Somit können Aussagen zur Interpretation einzelner Studien in Metaanalysen objektiv getroffen werden.)

Die Forscher schätzten die gepoolte Prävalenz der hämodynamischen Instabilität nach Intubation bei allen Studien mittels random-effects Metaanalyse. Die Untersuchung von Subgruppen schloss mehrere Faktoren ein: Studiendesign, Setting bei Intubation, Ort der Untersuchung, Erfahrung der behandelnden Ärzte, Art der Medikation für die Narkose, erfolgte neuromuskuläre Blockade und die Definition der hämodynamischen Instabilität nach Intubation (PIHI). Es wurden 18 Studien analysiert mit Kohortengrößen von 84 bis zu 2433 Patienten. Die Inzidenz der PIHI variierte zwischen 5 und 440 Fällen pro 1000 Intubationen (gepoolt etwa 110/1000 Intubation).

Fazit: Die hämodynamische Instabilität nach Intubation (PIHI, postintubation hemodynamic instability) trat bei etwa 110 von 1000 Notfallintubationen im Krankenhaus auf also etwa 11%). Jedoch limitiert die Heterogenität der Daten der einbezogenen Studien im Review die Aussagekraft dieser Abschätzung. Eine weitere Untersuchung des Effektes ist notwendig, um genauere Angaben über die Häufigkeit zu treffen.

1-Green R et al. Incidence of postintubation hemodynamic instability associated with emergent intubations performed outside the operating room: A systematic review. CJEM 2014 Jan 1; 16:69

2- Kim J et al. The clinical significance of a failed initial intubation attempt during emergency department resuscitation of out-of-hospital cardiac arrest patients. Resuscitation 2014 Feb 10

 

 

 

 

 

 

Möglicherweise können bis dahin Ketamin und Etomidat als Anästhetikum zur schnellen Intubations-Einleitung, die ein günstiges Nebenwirkungsprofil hinsichtlich Postintubations-Hypotoníe zeigen, angewendet werden.

 

Zweite Studie (2): Eine weitere Studie (2) befasste sich mit den Auswirkungen der Fehlintubation auf Kreislaufstabilität. Die Ergebnisse dieser Studie zeigten, dass ein erfolgloser Intubationsversuch ein unabhängiger Risikofaktor für die Wirksamkeit der Reanimations-Massnahmen ist.

 

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