Frei#  Eine aktuelle Studie (1) untersuchte, wann die Adrenalin-Gabe bei nicht-defibrillierbaren Herzkreislaufstillständen (also Asystolie, oder elektromechanische Entkoppelung mit pulsloser elektrische Aktivität) die Wahrscheinlichkeit für ein Wiedereinsetzen der spontanen Herzkreislaufzirkulation, des Überlebens, und minimaler neurologischer Schäden maximiert.

Es wurde eine post-hoc Analyse von prospektiv erhobenen Parientendaten vorgenommen, welche aus einer Multicenter Datenbank extrahiert worden waren („Get With The Guidelines-Resuscitation database", ehemals „National Registry of Cardiopulmonary Resuscitation, NRCPR"). Die Datenbank wird von der „American Heart Association" unterhalten und beinhaltet Herzpatientendaten der Jahre 2000-2009 von 570 US-amerikanischen Krankenhäusern.

Die Datenbank listete ca. 120.000 Fälle, von denen bei 55% eine Asystolie und bei 45% eine pulslose elektromechanische Entkopplung vorgelegen hatte. Insgesamt wurden ca. 83.500 Fälle von der Studie ausgeschlossen, da sie in der Notfallaufnahme, einer Intensivstation oder einer andersartigen Spezialeinrichtung und nicht auf einer Bettenstation stattgefunden hatten. Ca. 600 weitere Patienten wurden ausgeschlossen, da es sich entweder um einen wiederholten Herzkreislaufstillstand handelte oder Vasopressin verabreicht worden war.

In der Hauptanalyse wurden daher letztlich ca. 25.000 Fälle berücksichtigt, das mittlere Lebensalter betrug 72 Jahre, 57% der Patienten waren männlich. Der primäre Endpunkt war das Überleben bis zum Zeitpunkt der Krankenhausentlassung. Sekundäre Endpunkte waren ein stabiles Wiedereinsetzen der spontanen Herzkreislaufzirkulation, die 24-Stunden Überlebensrate, sowie ein Überleben in gutem neurologischem Zustand zum Zeitpunkt der Krankenhausentlassung.

Die Median verstrichene Zeit bis zur Gabe von Epinephrin betrug 3 Minuten ab dem Zeitpunkt, an welchem ein nicht-defribrillierbarer Herzkreislaufstillstand diagnostiziert worden war (Interquartilabstand 1-5 Minuten).

Die Analyse ergab, dass mit zunehmenden Zeitintervall bis zur Epinephrin Gabe die Überlebensrate sank: Die korrigierte Odds Ratio betrug 1.0 für 1-3 Minuten (Referenzgruppe), 0.91 für 4-6 Minuten (P=0.055), 0.74 für 7-9 Minuten (P<0.001) und 0.63 für ein Zeitintervall über 9 Minuten (P<0.001). Ein ähnliches stufenartiges Abhängigkeitsverhältnis zeigte sich auch für alle sekundären Endpunkte.

Fazit: Die Studie zeigt, dass im Falle eines sich im Krankenhaus ereignenden nicht-defibrillierbaren Herzkreislaufstillstands (Asystolie, pulslose elektrische Herzaktivität) die unmittelbare Gabe von Adrenalin zusätzlich zur laufenden Herdruckmassage das Behandlungsergebnis signifikant verbessert. Dies gilt sowohl für ein stabiles Wiedereinkehren von spontaner Herzkreislaufzirkulation, das Gesamtüberleben, als auch die neurologische Unversehrtheit des Patienten mit ein. Eine frühe Gabe von Epinephrin macht diese Behandlungserfolge signifikant wahrscheinlicher.

1-Donnino MW et al. Time to administration of epinephrine and outcome after in-hospital cardiac arrest with non-shockable rhythms: Retrospective analysis of large in-hospital data registry. BMJ 2014 May 20; 348:g3028

 

 

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