Frei#  Die Rolle der chirurgischen Therapie bei Gastroparese (Magenlähmung,-atonie) ist bisher unzureichend definiert, doch muss dieser angesichts des mäßigen Erfolgs bei der konservativen Behandlung eine größere Beachtung geschenkt werden. Die folgende Studie (1) befasst sich mit den Erfahrungen der laparoskopisch-assistierten Pyloroplastik als frühe Behandlungsoption der Gastroparese.

Die Gastroparese tritt am häufigsten als Komplikation des Diabetes mellitus auf, kann aber auch verschiedene andere Ursachen haben. Zwischen 2006 und 2013 erhielten am Emory University Hospital fünfzig Patienten mit refraktärer Gastroparese eine laparoskopische Pyloroplastik nach Heineke-Mikulicz. Hierbei wird der Pylorus längs gespalten, quer wieder vernäht (Handnaht) und so der Magenausgang geweitet. In der Studie wurden Angaben zu prä- und postoperativen Beschwerden, die Befunde der Magenentleerungs-Szintigraphie und das technische Ergebnis des jeweiligen Eingriffs aufgearbeitet. Für den Vergleich der kontinuierlichen Zufallsvariablen wurde eine einfaktorielle Varianzanalyse durchgeführt. Die Ergebnisse werden im Folgenden als Mittelwert ± Standardabweichung oder als mittlere absolute Abweichung angegeben.

34 der 50 Patienten (68 %) hatten sich bereits zuvor einem Eingriff am oberen Gastrointestinaltrakt und/oder einer Cholezystektomie unterzogen. Bei 32 der 50 Patienten (64 %) wurde in derselben Sitzung neben der Pyloroplastik noch ein weiteres chirurgisches Verfahren durchgeführt (z.B. Reposition einer paraösophagealen Hernie, PEG-Sondenentfernung). Diese kombinierten Verfahren miteinberechnet, betrug die durchschnittliche Operationszeit 175 ± 56 Minuten, der Blutverlust im Mittel 64 ± 50 mL und die Länge des stationären Aufenthalts rund 2,5 ± 2,7 Tage. In keinem Eingriff musste zum offenen Verfahren gewechselt werden; intraoperative Komplikationen oder Fälle von Anastomoseninsuffizienz wurden nicht berichtet. Bei 14 % der Patienten erfolgte später eine stationäre Wiederaufnahme. Bei allen wurde ein Follow-Up der Beschwerden durchgeführt, bei 33 Patienten (66 %) darüber hinaus eine postoperative Magenentleerungs-Szintigraphie. 82 % berichteten über eine Besserung der Beschwerden nach der Operation (p < 0,001). Während die präoperative Halbwertszeit im Durchschnitt 180 ± 73 Minuten betrug, lag diese postoperativ bei 60 ± 23 Minuten (p < 0,001). Fünf Patienten (10 %)- bei denen sich die postoperative Halbwertszeit normalisiert hatte- benötigten Folgeeingriffe zur Verbesserung der Magenentleerung, und zwar: Distale Gastrektomie (n=2), Duodenojejunostomie (n=2) und Implantation eines Magenschrittmachers (n=1).

FAZIT: In sorgfältig ausgewählten Fällen ist die laparoskopische Pyloroplastik eine gut wirksame frühe Behandlungsmöglichkeit der Gastroparese. Die Magenentleerungszeit wird bei gleichzeitig niedriger Morbidität objektiv erheblich verbessert. Die laparoskopische Vorgehensweise schließt auch weitere Eingriffe nicht aus, sollten diese später notwendig werden.

1-Toro JP et al. Efficacy of laparoscopic pyloroplasty for the treatment of gastroparesis. J Am Coll Surg 2014 Apr; 218:652

 

 

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