Frei#  Der Wirkstoff Pritelivir hemmt einen Komplex aus den zwei viralen Enzymen Helicase und Primase. Dabei inhibiert er sowohl in vitro als auch in Tiermodellen der Herpes simplex Virus (HSV)-Infektion. In der vorliegenden Studie wurden Sicherheit und Wirksamkeit von Pritelivir bei ansonsten gesunden Testpersonen mit genitaler HSV-2-Infektion untersucht.

156 HSV-2-positive Probanden mit Vorgeschichte eines Genitalherpes erhielten für 28 Tage randomisiert eine von vier Dosierungen Pritelivir oral (5 mg, 25 mg oder 75 mg täglich beziehungsweise 400 mg wöchentlich) oder Placebo. Bei den Teilnehmern wurde täglich HSV-2 im Genitalabstrich mittels Polymerasekettenreaktion (PCR) bestimmt. Außerdem wurden täglich Symptome einer Herpesinfektion dokumentiert. Primärer Endpunkt der Studie war die genitale Ausscheidung (viral shedding) von HSV.

Die Virusausscheidung fand sich in der Placebo-Gruppe an 16,6 % der Tage, in der Gruppe mit Pritelivir-5mg/Tag an 18,2 % der Tage, in der Gruppe mit Pritelivir-25mg/Tag an 9,3 % der Tage, in der Gruppe mit Pritelivir-75mg/Tag an 2,1 % der Tage und in der Gruppe mit Pritelivir-400mg/Woche an 5,3 % der Tage. Das relative Risiko für Virusausscheidung wurde im Vergleich zu Placebo berechnet: 1,11 bei Pritelivir-5mg/Tag, 0,57 bei Pritelivir-25mg/Tag, 0,13 bei Pritelivir-75mg/Tag und 0,32 bei Pritelivir-400mg/Woche. Der Anteil von Tagen mit Genitalläsionen war unter Pritelivir ebenfalls signifikant reduziert, von 9 % in der Placebo-Gruppe auf 1,2 % sowohl in der Gruppe mit Pritelivir-75mg/Tag (relatives Risiko 0,13) als auch in der Gruppe mit Pritelivir-400mg/Woche (relatives Risiko 0,13). Die Nebenwirkungsrate war in allen Gruppen gleich.

FAZIT: Bei ansonsten gesunden Männern und Frauen mit Genitalherpes verringert Pritelivir dosisabhängig sowohl die Ausscheidung von Herpes simplex Virus (HSV) als auch den Anteil der Tage mit Genitalläsionen. Pritelivir erweitert somit die Therapie-Optionen bei HSV-Infektion.

1-Wald A et al. Helicase–primase inhibitor pritelivir for HSV-2 infection. N Engl J Med 2014 Jan 16; 370:201

 

 

 

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