Frei#  Wann ist der optimale Zeitpunkt einen gutartigen Schilddrüsenknoten mit einer Größe von über 1 cm zu kontrollieren? Eine aktuelle Studie (1) zeigte, dass ein mittels Feinnadelpunktion als gutartig diagnostizierter Schilddrüsenknoten nicht mit einer signifikant erhöhten Mortalität assoziiert ist. Demnach sind Kontrolluntersuchungen nach 2 bis 4 Jahren ausreichend.

Derzeit existieren keine Daten, die zeigen, wie hoch die Mortalität ist, wenn ein Schilddrüsenkrebs nicht entdeckt wird.

Daher wurde in der vorliegenden Studie das Langzeitergebnis von Patienten mit gutartigen Schilddrüsenknoten ermittelt, die mittels Feinnadelpunktion in den Jahren 1995-2003 diagnostiziert worden waren. Als Nachsorge-Intervall wurde die Zeit gewertet, die zwischen der Feinnadelpunktion und einem der folgenden Ereignisse liegt: Thyreoidektomie, Tod oder zuletzt dokumentierter Klinikbesuch.

Das Ziel der Autoren lautete, den optimalen Zeitraum für die Nachsorgeuntersuchung zu bestimmen, um die irrtümlich als gutartig fehldiagnostizierten Schildrüsenknoten (falsch-negative Befunde) noch rechtzeitig zu erkennen und so die Schilddrüsenkrebs-bedingte Mortalität zu reduzieren.

1369 Patienten mit 2010 zytologisch gutartigen Schilddrüsenknoten wurden in einem Zeitraum von im Mittel 8.5 Jahren untersucht. Es traten 30 Todesfälle auf, die nicht auf einen Schilddrüsenkrebs zurückzuführen waren. 18 falsch-negative Fälle von Schilddrüsenkrebs wurden im Mittel nach 4.5 Jahren identifiziert und operativ entfernt. Bei keinem dieser Patienten wurden Fern-Metastasen gefunden und alle lebten noch am Studienende, das heißt, im Schnitt 11 Jahre nach dem ersten falsch-positiven Knotenbefund.

Eine weitere Analyse zeigte, dass Patienten mit ursprünglich gutartigen Schilddrüsenknoten Kompressions-bedingte Symptome entwickelten. Die Symptome machten eine Thyreoidektomie im Schnitt 4.5 Jahre nach der ersten Knoten-Diagnose notwendig.

Fazit: Ein ursprünglich mittels Feinnadelbiopsie als gutartig eingestufter Schilddrüsenkoten birgt kein nennenswert erhöhtes Mortalitätsrisiko. Es besteht jedoch ein geringes Risiko für einen falsch-negativen Befund, das heißt einen bösartigen Knoten. Fälle, in denen bei der Nachsorge ein bösartiger Knoten diagnostiziert wurde, konnten trotz der im Durchschnitt um 4.5 Jahre verzögerten Diagnose angemessen und erfolgreich behandelt werden.

Die vorliegenden Daten stehen im Einklang mit der Empfehlung, bei einem zunächst benignen Schilddrüsenknoten Nachsorgeuntersuchungen erst 2-4 Jahre nach der ersten Feinnadelpunktion durchzuführen.

1-Nou E et al. Determination of the optimal time interval for repeat evaluation after a benign thyroid nodule aspiration. J Clin Endocrinol Metab 2014 Feb; 99:510

 

 

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