Die Osteoporose ist ein wesentlicher Faktor für die Knochenfrakturneigung bei älteren Menschen. Es stehen verschiedene Arzneimittel für deren Behandlung zur Verfügung. In der vorliegenden Studie (1) wurde eine aktualisierte Übersicht über Nutzen und Schaden einer medikamentösen Frakturprophylaxe bei gefährdeten Erwachsenen gegeben.

Datenquellen: Es wurden mehrere elektronische Datenbanken zwischen dem 2.

Januar 2005 und dem 4. März 2014 nach englischsprachigen Studien durchsucht.

Studienauswahl: Es wurden klinische Studien, Beobachtungsstudien und systematische Übersichtsarbeiten ausgewertet.

Datengewinnung: Es erfolgte eine doppelte Datengewinnung und -auswertung bzgl. Studieneigenschaften, Ergebnissen und Qualität.

Zusammenfassung der Daten: Von den mehr als 52 000 durchsuchten Titeln wurden 294 in diese Übersichtsarbeit aufgenommen. Es gibt sehr deutliche Hinweise darauf, dass Bisphosphonate, Denosumab (Prolia, Antikörper gegen Osteoporose)  und Teriparatid (Forsteo) im Vergleich zum Placebo das Auftreten von Knochenfrakturen reduzieren, wobei die relative Risikoreduktion 0,40 bis 0,60 bei Wirbelfrakturen und 0,60 bis 0,80 bei anderen Frakturen betrug. In Placebo-kontrollierten Studien hat sich gezeigt, dass Raloxifen nur das Auftreten von Wirbelfrakturen verringert.

Seit 2007 wird eine neue Nebenwirkung von Bisphosphonaten beobachtet: atypische subtrochantäre Femurfrakturen. Gastrointestinale Nebenwirkungen, Hitzewallungen, thrombembolische Ereignisse und Infektionen treten bei den verschiedenen Medikamenten in unterschiedlichem Maße auf.

Einschränkungen: Nur wenige Studien haben die Medikamente zur Osteoporosebehandlung direkt miteinander verglichen; für männliche Patienten gibt es nur sehr spärliche Daten; die Kosten wurden nicht in die Bewertung einbezogen.

Fazit: Es gibt qualitativ hochwertige Belege dafür, dass mehrere Medikamente bei einer Knochendichte im osteoporotischen Bereich und/oder bei vorbestehenden Hüft- oder Wirbelbrüchen das Frakturrisiko senken. Die Nebenwirkungen sind bei den einzelnen Medikamenten unterschiedlich und der Wirksamkeitsvergleich bleibt unklar. 

1- Crandall CJ et al. Comparative effectiveness of pharmacologic treatments to prevent fractures: An updated systematic review. Ann Intern Med 2014 Sep 9

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