Frei#  Bisher gibt es keine effektive Therapie für nicht-alkoholische Fettleberhepatitis (NASH). Obeticholic-Säure ist ein Gallensäure-Derivat und potenter Aktivator von Farnesoid-X-Nuklear-Rezeptor, welcher bei Tierstudien Fettgehalt und Fibrose der Leber reduzierte. Eine aktuelle Studie in "Lancet" überprüfte die Wirksamkeit von Obeticholic-Säure bei Menschen mit NASH (1), ob sie die Leberfibrose verbessern kann.

Insgesamt 283 Patienten mit biopsie-nachgewiesener NASH wurden entweder für Obeticholic-Säure (25mg täglich) oder Placebo randomisiert. Die Beobachtungsdauer betrug 72 Wochen. Es wurden nach der Therapie erneut Leberbiopsien durchgeführt. Den primären Endpunkt bildeten Besserungen der Leber-Histologie (Abfall des Aktivitäts-Scores um mindestens 2 Punkte, ohne die initiale Fibrose zu verschlechtern).

45% der Patienten in der Obeticholic-Säure-Gruppe hatten am Ende der Studie deutliche Verbesserungen der Leber-Histologie verglichen mit 21% in der Placebo-Gruppe (RR 1.9). Gleichzeitig kam es unter Obeticholic-Säure deutlich häufiger zu Pruritus als unter Placebo (23% vs. 6%). Des Weiteren erhöhte Obeticholic-Säure unerwartet das Gesamt-Cholesterin und LDL-Cholesterin und sank HDL-Cholesterin.

Fazit: Der Gallensäure-Agonist Obeticholic-Säure verbesserte zwar die Leber-Histologie, führte gleichzeitig häufiger zu Pruritus, und zu einer Erhöhung der schlechten Cholesterin-Werte. Da die NASH-Patienten sowieso oft ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten haben, sollten die langfristige Wirksamkeit und Sicherheit von Obeticholic-Säure untersucht werden.

1-Neuschwander-Tetri et al. Farnesoid X nuclear receptor ligand obeticholic acid for non-cirrhotic, non-alcoholic steatohepatitis (FLINT): A multicenter, randomized, placebo-controlled trial. The Lancet, Early Online Publication, 7 November 2014

2-Obeticholic-Säure verbessert Lebergesundheit in den Leuten mit nicht alkoholischem steatohepatitis

 

 

 

 

FaceBook  Twitter  

Zusätzliche Informationen