Frei#  Der Gebrauch von Leitlinien-gerechter antibiotischer Prophylaxe bei Frauen, die eine gynäkologische Operation erhalten.

In dieser Studie (1) sollte der Leitlinien-gerechte Gebrauch von prophylaktischen Antibiotika bei Patienten, die eine gynäkologische Operation erhalten, untersucht werden.

Es wurden Frauen identifiziert, die eine gynäkologische Operation zwischen 2003 und 2010 erhielten. Die Operationen wurden stratifiziert als antibiotisch-angemessen (abdominelle, vaginale oder laparoskopisch assistierte Vaginalhysterektomie) oder antibiotisch unangemessen (Oophorektomie, Zystektomie, Tubenligatur, Ausschabung und Kürrettage und Myomektomie). Der antibiotische Gebrauch wurde anhand hierarchischer Regressionsmodelle untersucht.

Unter 545 332 Frauen, die eine Operation erhielten, bei denen eine Antibiotikagabe gerechtfertigt war, erhielten 87,1% eine angemessene antibiotische Prophylaxe, 2,3% erhielten eine nichtleitlinien-gerechte antibiotische Therapie und 10,6% erhielten keine Propyhlaxe. Der Gebrauch von Antibiotika stieg von 88,0% in 2003 auf 90,7% in 2010 an (p<0,001).

Unter 491 071 Frauen, die eine Operation erhielten, bei der keine Antibiotika empfohlen waren, wurden bei 197 226 (40,2%) der Frauen Antibiotika gegeben. Der Gebrauch von nichtleitlinien-gerechten Antibiotika nahm auch über die Zeit von 33,4% in 2003 auf 43,7% in 2010 zu (p<0,001).

Das Jahr der Diagnose, die Operation, die Anzahl der einzelnen durchgeführten Operationen am Krankenhaus und der Wohnort waren die strengsten prädiktiven Faktoren für eine leitlinien-gerechte und nicht-leitlinien-gerechte Antibiotikagabe.

FAZIT: Obwohl der Gebrauch von Antibiotika bei Frauen, die Antibiotika erhalten sollten hoch ist, werden Antibiotika zunehmend bei Frauen gegeben, bei denen die Medikamente einen nicht gesicherten Nutzen haben. Evidenzlevel: III.

1-Wright JD et al. Use of guideline-based antibiotic prophylaxis in women undergoing gynecologic surgery. Obstet Gynecol 2013 Dec; 122:1145.

 

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