Frei#  Bisher ging man davon aus, dass eine Periduralanästhesie die Geburtsdauer um etwa 1 Stunde verlängert. Eine aktuelle Studie (1) in der Fachzeitschrift Obstetrics & Gynecology überprüfte die Geburtsdauer mit und ohne Periduralanästhesie.

In der retrospektiven Kohortenstudie waren 42.268 Frauen involviert, die vaginal einen normalen Geburt hatten. Die Autoren haben die Geburtsdauer nach den Faktoren Periduralanästhesie, Erstgeburt oder Multipara analysiert.

Die Ergebnisse waren überraschend: Mit der Periduralanästhesie dauerte bei Erstgebärenden die Geburts-Austreibungsphase 336 Minuten (5,6 St.), und ohne Periduralanästhesie 197 Minuten (3,2 St.). Anders ausgedrückt dauerte der Geburt unter Periduralanästhesie 2,4 Stunden länger. Der Unterschied war bei Multipara-Müttern mit 2,4 St. sogar noch größer.

Fazit: Anscheinend verlängert die Periduralanästhesie die letzte Geburtsphase noch länger als bisher angenommen. Die Dauer der Geburts-Austreibungsphase war bei Erstgebärenden und Multipara-Mütter unter Periduralanästhesie über 2 Stunden.

Anmerkung: Eine Periduralanästhesie erleichtert durch die Aufhebung des Schmerzempfindens die Geburt für die Frauen sicherlich, sie müssten aber auch vorab darüber informiert werden, dass dadurch der Geburtsvorgang sich erheblich verlängert.

1-Yvonne Cheng et al: Second Stage of Labor and Epidural Use: A Larger Effect Than Previously Suggested. Obstetrics & Gynecology: doi: 10.1097/AOG.0000000000000134

 

 

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