Frei#  Eine retrospektive Studie an 12 Kliniken hat die Überlebensraten von 390 Frauen mit BRCA assoziiertem Mamma-Karzinom im Stadium I oder II verglichen. Ihnen wurde entweder „nur" die betroffene Brust abgenommen (N=109) oder zusätzlich auch die kontralaterale nicht betroffene Brust als vorsorgliche Mastektomie (n=181). Die Patientinnen wurden nach der Diagnose bis zu 20 Jahre lang nachbeobachtet. Der primäre Endpunkt war der Tod auf Grund von Brustkrebs.

79 Frauen starben in der Nachbeobachtungszeit an Brustkrebs,18 aus der bilateralen Mastektomie-Gruppe und 61 aus der unilateralen Mastektomie-Gruppe. Daraus ergibt sich eine 20-Jahres-Überlebensrate von 88% für die Frauen, die eine beidseitige Mastektomie erhalten hatten, und von 66% für die Frauen mit unilateraler Mastektomie. Eine multivariate Analyse, die die Faktoren Alter bei Diagnosestellung, Jahr der Diagnose, Behandlung oder andere prognostische Bedingungen kontrollierte, ergab, dass eine kontralaterale Mastektomie mit einer 48%igen Reduktion der Brustkrebsmortalität assoziiert war (Hazard Ratio 0,52).

FAZIT: Wenn Frauen mit Brustkrebs im Stadium I oder II und vorhandener BRCA-Mutation eine beidseitige Mastektomie erhalten, sterben sie seltener an Brustkrebs als Frauen, denen „nur" einseitig die betroffene Brust amputiert wird.

Anmerkung: Auf Grund der geringen Anzahl an Ereignissen in dieser Studie, werden weitere Studien benötigt, um die Ergebnisse zu bestätigen. Bis dahin sollten die Entscheidungen zur kontralateralen Mastektomie individuell getroffen werden.

1-Metcalfe K et al. Contralateral mastectomy and survival after breast cancer in carriers of BRCA1 and BRCA2 mutations: Retrospective analysis. BMJ 2014 Feb 11; 348:g226

 

 

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