Frei#  Diese prospektive Beobachtungsstudie aus Litauen untersuchte die Inzidenz, die Risikofaktoren und das zeitliche Auftreten von Hämorrhoiden und analen Fissuren während der Schwangerschaft und nach der Geburt bei stationären und ambulanten Patientinnen.

Insgesamt 280 schwangere Frauen waren in die Studie involviert, die vier Mal innerhalb der Schwangerschaft und innerhalb des ersten Monats nach der Geburt untersucht wurden. Die Frauen, bei denen die Hämorrhoiden und anale Fissuren auftraten, wurden mit den Frauen verglichen, bei denen keine peri-analen Erkrankungen aufgetreten waren.

-Insgesamt hatten 123 (43,9%) Frauen eine peri-anale Erkrankung wie Hämorrhoiden oder Analfissuren: 1,6% in den ersten drei Monaten, 61% während der letzten drei Monaten der Schwangerschaft, 34,1% nach der Geburt und 3,3% nach einem Monat nach der Geburt;

-114 (40,7%) Frauen hatten Hämorrhoiden, sieben (2,5%) Frauen hatten Hämorrhoiden und anale Fissuren und zwei (0,71%) Frauen hatten anale Fissuren.

-99 (80,5%) Frauen haben ihr Kind vaginal entbunden und 24 (19,5%) Frauen mit Kaiserschnitt.

Die Risikofaktoren für die Entwicklung von Hämorrhoiden oder analen Fissuren sind:

-peri-anale Erkrankungen in der eigenen Vorgeschichte (Odds Ratio [OR] 11,93),

-Obstipation (OR 18,98),

-starke Anstrengungen während der Geburt für mehr als 20 Minuten (OR 29,75)

-ein Geburtsgewicht des Neugeborenen von über 3800 g (OR 17,99).

FAZIT: Hämorrhoiden und Fissuren treten häufig während der letzten drei Monate einer Schwangerschaft und während des ersten Monats nach der Geburt auf. Risikofaktoren für ein verstärktes Auftreten von peri-analen Erkrankungen sind Hämorrhoiden oder Fissuren in der Eigenanamnese der Frau, Obstipation, Geburtsgewicht des Kindes von über 3800 g und starke Anstrengungen während der Geburt für mehr als 20 Minuten.

Anmerkung: Obstipation ist das einzig wirkliche Parameter, wo die Ärzte noch Prophylaxe betreiben könnten.

1-Poskus T et al. Haemorrhoids and anal fissures during pregnancy and after childbirth: A prospective cohort study. BJOG 2014 May 9;

 

 

 

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