Wiederholungsoperation nach brusterhaltender Operation bei Brustkarzinom im Stadium 0 – II und Sicherheitsabtand bei Resektionsrändern - Ergebnisse der National Cancer Data Base 2004-2010.

Die vollständige Entfernung des Brustkrebses gilt als sicherste Maßnahme zur Reduktion des Rezidivrisikos und verbessert das Überleben der Patientinnen. Derzeit gibt es aber keine Standardempfehlung zum Sicherheitsabstand bei brusterhaltender Operation, sodass auch die Angaben zu Ergänzungs- oder Wiederholungsoperationen mit dem Ziel eines tumor-negativen Randes stark variieren.

Die Studie untersuchte, wie die Faktoren Patientin, Tumor und Klinik die Rate der Wiederholungsoperationen bei US-Amerikanerinnen mit brusterhaltender Operation beeinflussen.

In die Studie eingeschlossen wurden Patientinnen mit Brustkrebsdiagnose an einem von der Tumorkommission akkreditierten Zentrum, im Zeitraum 1. Januar 2004 bis 31. Dezember 2010, mit Registrierung in der Nationalen Krebsdatenbank der USA (Beobachtungsdatenbank). Insgesamt wurden Daten von 316?114 Patientinnen mit Brustkrebs im Stadium 0 bis II und initial brusterhaltender Operation analysiert. Patientinnen mit neoadjuvanter Therapie oder mit Diagnose nach Exzisionsbiopsie wurden ausgeschlossen.

Betrachtet wurden die Faktoren Patientin, Tumor und Klinik im Kontext von Wiederholungsoperationen.

Bei 241597 Patientinnen (76,4 %) erfolgte einmalig eine Lumpektomie. Mindestens eine weitere Operation erhielten 74.517 Patientinnen (23,6%), davon wurde in 46.250 (62,1 %) Fällen eine Komplettierungs-Lumpektomie und in 28.267 (37,9 %) Fällen eine Mastektomie durchgeführt.

Der Anteil der Patientinnen mit Wiederholungsoperation verringerte sich während des Studienzeitraums von 25,4 % auf 22,7 % (p<0,001).

Unabhängige Prädikatoren einer Wiederholungsoperation waren Alter, ethnische Zugehörigkeit, Versicherungsstatus, Komorbiditäten, histologischer Subtyp, Östrogenrezeptorstatus, in der Pathologie bestimmte Tumorgröße, Lymphknotenstatus, Tumorgrad, Art und Ort der Klinik und Anzahl der dortigen Brustkrebsfälle.

Das Alter der Patientinnen war umgekehrt mit Wiederholungsoperationen assoziiert, wobei 38,5 % der Patientinnen 18 bis 29 Jahre alt waren und 16,5 % der Patientinnen > 80 Jahre (p<?0,001). Im Gegensatz dazu fand sich eine lineare Assoziation von Tumorgröße und Rate der Wiederholungsoperationen (p?<0,001). Diese waren in Kliniken im Nordosten der USA am häufigsten (26,5 %), wohingegen in der Bergregion nur 18,4 % der Patientinnen erneut operiert wurden (p<0,001).

In akademischen Lehrkrankenhäusern oder Kliniken mit Forschungsabteilungen wurde bei 26,0 % der Patientinnen und in städtischen Kliniken bei 22,4 % der Fälle erneut operiert (p<0,001).

FAZIT: Etwa ein Viertel aller Patientinnen mit Brustkrebs im Stadium 0 bis II und initialer brusterhaltender Operation durchlaufen eine weitere Operation. Die Rate der Wiederholungsoperationen variiert mit den Charakteristiken von Patientin, Tumor und Klinik und war in den vergangenen sechs Jahren leicht rückgängig.

1-Wilke et al. Repeat surgery after breast conservation for the treatment of stage 0 to II breast carcinoma: A report from the National Cancer Data Base, 2004-2010. JAMA Surg 2014 Nov 12.

 

 

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