Frei#  Eine aktuelle Fall-Kontroll-Studie in „BMJ" ermittelte folgende Risikofaktoren für eine Herpes-Zoster-Infektion: Rheumatoide Arthritis, Systemische Lupus Erythematodes, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, COPD, Asthma, chronische Nierenkrankheiten, Diabetes-Typ-1 und Depression.

Ausgewertet wurden Daten von 144959 Erwachsenen, aus der hausärztlichen Versorgung in England, bei denen zwischen 2000 bis 2011 Herpes Zoster diagnostiziert wurde. Dazu wurden 549336 passende Kontrollen ausgewählt. In der Fall-und Kontrollgruppe betrug das Durchschnittsalter der Patienten 62 Jahre.

Zu den Risikofaktoren, die eine Herpes-Zoster–Infektion begünstigen, gehören:

- rheumatoide Arthritis (2,1% vs. 1,5% in der Kontrollgruppe; adjustiertes Odds-Verhältnis 1,46),

-chronisch entzündliche Darmerkrankungen (1,3% vs. 0,9%; 1,36),

-COPD (4,7% vs. 3,7%; 1,32),

-Asthma (7,1% vs. 5,8%; 1,21),

-chronische Nierenerkrankungen (6,0% vs. 5,4%; 1,14),

-Depression (4,7% vs. 4,0%; 1,15).

Bei Patienten, die an Diabetes mellitus Typ-1 erkrankt waren, zeigte sich eine geringfügige Assoziation mit Herpes Zoster (1,27), beim Diabetes mellitus Typ-2 wurde kein erhöhtes Risiko festgestellt.

Außerdem haben Patienten mit einem geschwächten Immunsystem ein höheres Risiko, an Herpes Zoster zu erkranken, wie Patienten mit Lymphom (3,90) und Myelom (2,16), bei denen eine Impfung kontraindiziert ist. 

Fazit: Verschiedene Erkrankungen waren mit einem erhöhten Risiko für eine Herpes-Zoster-Infektion assoziiert. Die ermittelten Risikofaktoren waren bei jüngeren Patienten insgesamt stärker ausgeprägt.

Die aktuell verfügbaren Impfstoffe (2) für Herpes Zoster sind für Patienten mit dem höchsten Risiko kontraindiziert. Daher ist es notwendig alternative Strategien zur Risikoreduktion zu erarbeiten.

Anmerkung: Möglicherweise ist die Behandlung von Rheumapatienten mit TNF-Blocker (Biologika), die in letzten Jahren immer häufiger eingesetzt werden, ebenfalls mit einem erhöhten Risiko von Herpes-Zoster-Erkrankungen verbunden (3). Eine Herpes-Zoster-Impfung während der TNF-Blocker-Therapie ist jedoch kontraindiziert, da die Impfung noch das abgeschwächte Virus enthält.

Hintergrundinformation: In Deutschland ist seit 2009 der Impfstoff Zostavax® zugelassen (3). Die Anwendung bezieht sich auf Vorbeugung von Herpes Zoster und der dadurch verursachten postherpetischen Neuralgie. Zostavax® ist indiziert zur Immunisierung von Personen ab 50 Jahren (Quelle: Fachinformation).

1-Foster et al: Quantification of risk factors for herpes zoster: population based case-control study. BMJ 2014;348:g2911

2- Anja Strangfeld et al: Risk of Herpes Zoster in Patients With Rheumatoid Arthritis Treated With Anti–TNF- Agents.JAMA. 2009;301(7):737-744. doi:10.1001/jama.2009.146

3- Impfstoff Zostavax®: Impfung gegen Gürtelrose (Herpes Zoster)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

FaceBook  Twitter  

Zusätzliche Informationen