Bekanntlich werden Antibiotika in der hausärztlichen Versorgung, am häufigsten für akute Atemwegsinfektionen verschrieben, obwohl die Mehrheit der Atemwegsinfekte virale und nicht bakterielle Ätiologie haben. Die Folgen sind bekannt: Nebenwirkungen, Resistenzbildung sowie erhöhte Kosten usw.. Vor diesem Hintergrund haben Mediziner in einer Cochrane-Library-Übersicht den Stellenwert der laborchemischen Biomarker zum Management der Antibiotika-Verschreibung bei Patienten untersucht, die sich aufgrund von Atemwegsinfekte sich beim Hausarzt vorstellten.

Hierbei sollte zur Klärung ein CRP-Schnelltest vor Einleitung der Therapie, eine Entscheidungshilfe für oder gegen Antibiotika sein. Deutlich erhöhte CRP-Werte würden in dieser Hypothese, eher für eine ernste bakterielle Infektion sprechen und somit eine Antibiotika-Therapie rechtfertigen. Des Weiteren könnten durch diese Vorgehensweise, die unnötigen Antibiotika-Verordnungen gesenkt werden, so die Überlegung der Autoren.

Dafür wurde eine Literatur-Recherche in großen Medizindatenbanken durchgeführt. Insgesamt wurden 6 randomisierte Studien (3284 Teilnehmer; 139 Kinder) gefunden, in denen CRP-Tests durchgeführt wurden. Die Ergebnisse:

Insgesamt führte der CRP-Schnelltest, vor Antibiotika-Gabe in der CRP-Gruppe zu einer Reduktion der Antibiotika-Verordnung (631 von 1685 Pat.), verglichen mit der Standardgruppe (785/1599).

Es gab zwischen der CRP- und Kontroll-Gruppe keine Unterschiede, hinsichtlich der klinischen Erholung, wenn auch in vereinzelten Studien, eine Zunahme der Hospitalisationen in der CRP-Gruppe festgestellt wurde. Gleichzeitig schreiben die Autoren, dass die untersuchten Studien sehr unterschiedlich sind, und daher die Ergebnisse dieser Meta-Analyse mit Vorsicht betrachtet werden müsste.

Fazit: Ein CRP-Schnelltest könnte ergänzend zur ärztlichen körperlichen Untersuchung als Biomarker zur Entscheidungsfindung beitragen, ob ein Antibiotika bei ambulanten Patienten mit akuter Atemwegsinfektion wirklich notwendig ist, und somit die Zahl der unnötigen Verordnungen senken.

Die Autoren betonen, dass der CRP-Test zwar den klinischen Verlauf nicht beeinflusste, möglicherweise die Hospitalisationsrate erhöhte. Daher sind weitere Studien notwendig, um den Effekt der CRP-Messungen auf die Antibiotika-Sparstrategien genauer zu untersuchen.

Anmerkung: Die Ergebnisse der Cochrane-Übersicht können dahingehend zusammen gefasst werden, dass CRP-Schnelltests zwar nicht sehr genau sind, in Verbindung mit dem klinischen Befund jedoch die Entscheidungsfindung Antibiotika JA/NEIN erleichtern können. Leider sind in der Übersicht keine Grenzwerte für CRP genannt, ab welche eine Antibiotika-Therapie angemessen wäre. In Deutschland gelten CRP-Werte > 5mg/dl als deutlich erhöht.

1-Rune Aabenhus et al: Biomarkers as point-of-care tests to guide prescription of antibiotics in patients with acute respiratory infections in primary care. Published Online: 6 NOV 2014

 

 

 

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