Frei#  Manche Ärzte bezweifeln immer noch, dass Patienten mit akuter tiefer Venenthrombose (TVT) in häuslicher Umgebung sicher behandelt werden können. In einer aktullen Studie wurden Daten des RIETE-Registers (Registro Informatizado de la Enfermedad TromboEmbólica, Barcelona/Spanien) ausgewertet. Hierbei wurde der Outcome bei Patienten, die sich mit akuter TVT vorstellten, die initiale Antikoagulationstherapie zu Hause mit der im Krankenhaus verglichen. Patienten wurden entweder mit niedermolekularen Heparinen s.c. oder Fondaparinux s.c. behandelt.

Ab Dezember 2012 wurden 13493 Patienten in die Analyse eingeschlossen, von denen 4456 (31%) zu Hause behandelt wurden. Diese waren häufiger Männer, jüngeren Alters und mit höherem Gewicht. Im Vergleich zu den im Krankenhaus behandelten Patienten wurde bei Ihnen weniger häufig chronisches Herzversagen, Lungenerkrankung, Niereninsuffizienz, Anämie, Blutungen in der Vorgeschichte, Immobilisierungsbedarf oder Krebs festgestellt. Während der ersten Woche der Antikoagulationstherapie erlitten 27 Patienten (0,20%) eine Lungenembolie, 12 Patienten (0,09%) eine Rezidiv-TVT, 51 Patienten (0,38%) starke Blutungen und 80 Patienten (0,59%) verstarben. Wurden lediglich die zu Hause behandelten Patienten betrachtet, so hatte 12 Patienten (0,27%) eine Lungenembolie, 4 Patienten (0,09%) eine Rezidiv-TVT, 6 Patienten (0,13%) Blutungen und 4 Patienten (0,09%) verstarben (keine fatale Lungenembolie, 3 fatale Blutungen). Gemäß der Propensity-Score-Analyse traten bei den zu Hause behandelten Patienten in der ersten Woche rekurrente venöse Thromboembolien in vergleichbarer Rate und starke Blutungen (Odds Ratio 0,4) und Versterben (Odds Ratio 0,2) mit niedrigerer Rate auf, als bei Patienten mit Behandlung im Krankenhaus.

FAZIT: Bei akuter tiefer Venenthrombose wurde mit einer Behandlung in häuslicher Umgebung ein besserer Outcome erreicht als mit einer Behandlung im Krankenhaus. Somit können Patienten mit akuter tiefer Venenthrombose zu Hause sicher behandelt werden.

Anmerkung: Die Therapie der tiefen Beinvenenthrombose mit subkutan injizierbaren Antikoagulationsmitteln scheint zu Hause einfach, wirksam und sicher zu sein, solange der Gesamtzustand der Patienten und Erreichbarkeit der ärztlichen Versorgung das zulässt. In dem Studien-Abstract wurde keine weitere Differenzierung zwischen Ober- und Unterschenkel-Venenthrombose der unteren Extremitäten vorgenommen, sodass die betroffenen Aussagen vermutlich für beide Formen gelten.

1-Lozano F et al. Home versus in-hospital treatment of outpatients with acute deep venous thrombosis of the lower limbs. J Vasc Surg 2014 May; 59:1362.

 

 

FaceBook  Twitter  

Zusätzliche Informationen