Frei#  Wir stellen zwei aktuellen Studien zum Thema Kontrastmittel-Exposition (KM) bei  Computer-Tomographie-Untersuchungen und Nierenschäden-Risiko vor. Die erste GFR-basierte Studie (1) aus der Mayo Clinic in der Fachzeitschrift "Radiology" wird ausführlicher vorgestellt. Die zweite Studie (2) über KM-Gabe und akutes Nierenversagen, Dialyse und Mortalität präsentieren wir als kurzer Nachtrag am Ende der ersten Studie.

ERSTE STUDIE (1): Eine aktuelle Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen der geschätzten Ausgangswert für die glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) und der kausalen Assoziation zwischen der intravenösen jodhaltigen Kontrastmittelgabe und der anschließenden Entwicklung eines akuten Nierenschadens. Hierzu wurden Patienten die sich einer Computer Tomografie unterzogen (mit und ohne Kontrastmittel Verstärkung) in Gruppen aufgeteilt.

Eingeschlossen wurden alle Patienten die sich zwischen 2000 und 2010 einer kontrastmittelverstärkten Computertomografie (Kontrastmittel-Gruppe) oder einfachen Computertomografie (kein-Kontrastmittel-Gruppe) unterzogen.

Die Patienten wurden nach Baseline-eGFR unterteilt (nach den Cut-off-Werten der "Kidney Disease Outcomes Quality Initiative"): so entstanden Untergruppen mit einer eGFR von 90 oder höher, 60-89, 30-59 und unter 30 mL/min/1.73 m2. Die Inzidenz des akuten Nierenschadens (Serumkreatininanstieg von ?0,5 mg/dL oder  44,2 ?mol/L über der Baseline) wurde in den abgeglichenen Untergruppen verglichen.

Es konnten insgesamt 12 508 Patienten, die sich einem CT mit oder ohne Kontrastmittelverstärkung unterzogen in die Studie einbezogen werden. Die meisten Patienten waren zum Zeitpunkt der CT-Untersuchung stationär.

Die Inzidenz akuter Nierenschäden stieg signifikant bei niedrigen Ausgangswerten der eGFR.

Zwischen den Kontrastmittel und kein-Kontrastmittel Gruppen konnte jedoch kein signifikanter Unterschied des Risikos akuter Nierenschäden festgestellt werden.

In der Untergruppe mit eGFR ? 90 (n=1642) betrug der Odds Ratio (OR) 0,91; in der Gruppe mit eGFR von 60-89 (n=3870) war der OR 1,03; in der Gruppe mit eGFR von 30-59 (n=5510) lag der OR bei 0,94; und unter den Patienten mit eGFR unter 30ml/min/1,73 m2 (n = 1486) betrug de OR 0,97.

Fazit: Eine bereits zu Beginn eingeschränkte der glomerulären Filtrationsrate (vorwiegend bei eGFR < 30ml/min) ist mit einem erhöhten Risiko für Nierenschäden nach CT-Untersuchungen assoziiert. Dieses Risiko ist jedoch unabhängig von Kontrastmittelgabe, auch bei Patienten mit einer Baseline der glomerulären Filtrationsrate von unter 30ml/min/1,73.

NACHTRAG ZWEITE STUDIE (2): Eine weitere Studie in "Radiology" im November 2014 zeigte, dass intravenöse Kontrastmittel-Exposition (KM) im Rahmen der Computer-Tomographie-Untersuchungen kein unabhängiger Risikofaktor für Dialyse oder Mortalität ist. KM-Gabe war nicht mit einem stark erhöhten Risiko für akutes Nierenversagen, Dialyse oder Tod assoziiert, das galt selbst für Hochrisiko-Patienten mit Komorbiditäten [wie Diabetes Mellitus, Herzinsuffienz und Niereninsuffienz (Kreatinin 2-3 mg/dL], die sie für nephrotoxische Nebenwirkungen prädisponierten.

1-McDonald JS et al. Risk of intravenous contrast material-mediated acute kidney injury: A propensity score-matched study stratified by baseline-estimated glomerular filtration rate. Radiology 2014 Apr; 271:65

2-McDonald et al. Intravenous contrast material exposure is not an independent risk factor for dialysis or mortality. Radiology, September 9 2014

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