Das Antibiotikum Vancomycin wird auch in Deutschland häufig gegen multiresistente gram-positive Keime (u.a. MRSA) eingesetzt. Gleichzeitig ist es bekannt, dass Vancomycin insbesondere bei vorgeschädigter Niere nephrotoxisch wirken kann. Eine aktuelle Studie (1) evakuierte den Einfluss der Dosierung, Serum-Konzentration und Dosis-Einteilung von Vancomycin auf das Entstehen akuter Nierenschäden bei schwerkranken Patienten.

Die Autoren werteten die Daten von 1,430 schwerkranken Patienten, die auf der Intensivstation der Uniklinik Birmingham in England zwischen 2004 bis 2009 Vancomycin erhalten hatten, per Multivariate-Analyse aus.

Die Mediziner fanden folgende Risikofaktoren für akute Nephrotoxizität unter Vancomycin:

-Gleichzeitige Therapie mit Vasopressoren wie z.B. Adrenalin oder Noradrenalin (OR, 163)

-Hoher medianer Vancomycin-Serumspiegel (OR 1.11, und OR-Zunahme mit weiterem Anstieg des Serumspiegels)

- Dauer der Vancomycin-Therapie (OR 1.041, und OR-Zunahme mit jedem weiterem Tag der verlängerten Vancomycin-Therapie)

Fazit: Erhöhte Vancomycin-Konzentrationen und längere Einnahme-Dauer sind unabhängige Risikofaktoren für Nephrotoxizität unter Vancomycin-Therapie. Des Weiteren bilden kontinuierliche Infusionen ein geringeres Nephrotoxizitä-Risiko als intermittierende Infusionen.

Anmerkung: Also, Vancomycin lieber als kontinuierliche Infusion, in möglichst niedrigen Dosierungen und mit möglichst kurzer Therapie-Dauer verabreichen. Es ist nicht ganz nachvollzuziehen, dass simultane Diuretika-Einnahme und Exsikkose nicht als mögliche Risikofaktoren für die Entstehung einer akuten Nierenfunktionsstörung unter Vancomycin in der Studie nicht identifiziert wurden.

1-Hanrahan TP et al. Vancomycin-associated nephrotoxicity in the critically ill: A retrospective multivariate regression analysis. Crit Care Med. 2014 Jul 31.

 

 

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