LCZ696 ist ein neues Arzneimittel, welches die Hemmung von Neprilysin und Angiotensin-Rezeptoren verbindet [ARNI: AT-Neprilysin-Inhibitor (ARNI)].

 

Es beinhaltet neben Sacubitril (Neprilysin-Hemmer) den Valsartan (AT-Blocker: angiotensin-receptor blocker). Der Neprilysin-Hemmer Sacubitril soll die neurohormonale Überaktivierung bei Herzinsuffienz hemmen.

Die Studie vergleicht die Wirkung des Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitors LCZ696 mit dem bekannten ACE-Hemmer Enalapril bei Patienten mit Herzinsuffizienz und reduzierter Ejektionsfraktion (EF). In vorausgegangenen Studien hatte Enalapril das Überleben dieser Patienten verbessert.

In der vorliegenden Doppelblindstudie wurden 8442 Patienten mit Herzinsuffizienz NYHA II, III oder IV und EF ≤ 40% randomisiert zwei Gruppen zugeteilt. Sie erhielten entweder LCZ696 (200 mg zweimal täglich) oder Enalapril (10 mg zweimal täglich), jeweils in Ergänzung zur empfohlenen Therapie. Als Primäroutcome wurde kardiovaskulär bedingter Tod oder Hospitalisation aufgrund von Herzinsuffizienz festgelegt. Das Studiendesign sah allerdings vor, den Unterschied in der Rate der kardiovaskulär bedingten Todesfälle zu bestimmen.

Nach einem medianen Follow-up von 27 Monaten wurde die Studie gemäß der festgelegten Regeln vorzeitig beendet, weil LCZ696 einen überzeugenden Vorteil zeigte. Zu diesem Zeitpunkt hatten 914 Patienten (21,8%) der LCZ696-Gruppe und 1117 Patienten (26,5%) der Enalapril-Gruppe den Primäroutcome erreicht (Hazard Ratio in der LCZ696-Gruppe 0,80; p<0,001).

Insgesamt verstarben 711 Patienten (17,0%) mit LCZ696 und 835 Patienten (19,8%) mit Enalapril (HR für Tod jeglicher Ursache 0,84; p<0,001), darunter 558 (13,3%) beziehungsweise 693 (16,5%) Patienten aufgrund kardiovaskulärer Ursachen (HR 0,80; p<0,001).

Im Vergleich zu Enalapril reduzierte LCZ696 auch das Hospitalisationsrisiko wegen Herzinsuffizienz um 21% (p<0,001) und verringerte die zugehörigen Symptome und körperlichen Einschränkungen (p=0,001).

Die Studiengruppe mit LCZ696 hatte einen höheren Anteil von Patienten mit Hypotonie und geringgradigem Angioödem aber einen niedrigeren Anteil von Patienten mit renalen Nebenwirkungen, Hyperkaliämie und Husten als die Enalaprilgruppe.

FAZIT: LCZ696 war Enalapril hinsichtlich der Risikoreduktion für Mortalität (13.3% vs. 16.5%) und Hospitalisation aufgrund von Herzinsuffizienz überlegen.

Medknowlede-Anmerkung: Die Ergebnisse könnten einen Paradigmen-Wechsel bei der Herzinsuffienz-Therapie einleiten. Es wäre wichtig, dass weitere Studien diese Ergebnisse validieren, bevor duale Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Hemmung voreilig zur Standardtherapie bei Herzinsuffienz wird.

1-John J.V. McMurray et al: Angiotensin-Neprilysin Inhibition versus Enalapril in Heart Failure. NEJM, August 30, 2014

2-Editorial Mariell Jessup: Neprilysin Inhibition - A Novel Therapy for Heart Failure NEJM August 30, 2014

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