Sollten Patienten, die sich einer nicht-herzchirurgischen Operation unterziehen, die übliche Betablocker-Medikation perioperativ weiter einnehmen? Das ist eine derzeit viel diskutierte Frage unter den Medizinern. Eine grosse Beobachtungsstudie in "JAMA Surgery" ging dieser Frage erneut nach (1).

Die Autoren analysierten die Resultate von 14.420 Patienten, die ambulant eine kontinuierlich Beta-Blocker eingenommen und sich in US-Veterans Affairs Krankenhäusern nicht-kardiologischen Operationen unterzogen hatten. Die Patienten hatten postoperativ mindestens 2 Tage im Krankenhaus geblieben.

Insgesamt 3.3% der Patienten hatten in den ersten 30 Tagen postoperativ schwere kardiovaskuläre und cerebrovaskuläre Komplikationen entwickelt. Patienten, die perioperativ weiter ihre Betablocker einnahmen, hatten insgesamt ein geringeres Risiko für kardiovaskuläre und cerebrovaskuläre Komplikationen (OR: 0,75), als die Patienten, die ihre Betablocker perioperativ abgesetzt hatten. Auch die 30-Tages-Mortalität war in der Betablocker-Perioperativ-Gruppe niedriger (OR 0,74). Die Vorteile der perioperativen Betablocker-Gabe waren allerdings auf die Hochrisiko-Gruppe mit mehreren kardiovaskulären Risiken beschränkt.

Fazit: Patienten, die bereits auf Betablocker eingestellt sind, sollten Betablocker auch perioperativ einnehmen, das gilt insbesondere für kardiovaskulär Hochrisiko-Patienten.

Die Ergebnisse stehen im Einklang mit den Empfehlungen der College of Cardiology and the American Heart Association (ACC/AHA) 2014.

1-Richman JS et al. Improved outcomes associated with a revised quality measure for continuing perioperative ?-blockade. JAMA Surg 2014 Oct; 149:1031.  

FaceBook  Twitter  

Zusätzliche Informationen