Die Aortenstenose ist einer der häufigste Herzklappenfehler in Deutschland. Die Prävalenz nimmt mit zunehmendem Alter zu und beträgt insgesamt über 3 %. Durch atherosklerotische Prozesse, kommt es zu einer Verminderung der Öffnungsfläche der Aortenklappe, die selbst in schweren Fällen, bei geringer Öffnungsfläche, symptomlos sein kann.

Bei dieser asymptomatischen Aortenstenose ist das Auftreten des plötzlichen Herztods deutlich unter 1%/Jahr. Damit die Risiken einer asymptomatischen, schweren Aortenstenose besser eingeschätzt und so auch behandelt werden können, wird eine Stress-Echokardiographie durchgeführt. Des Weiteren zeigt ein erhöhter BNP-Spiegel (natriuretisches Peptid Typ B) unter Ruhebedingungen ein größeres Risiko an unerwünschten Komplikationen. Inwieweit ein BNP-Spiegel unter körperlicher Belastung zusätzlich zur besseren prognostischen Einschätzung beiträgt, ist bislang unbekannt und wurde in folgender Studie nachgegangen.

Ziel der Studie war es, den Nutzen vom BNP-Spiegel unter körperlicher Belastung zu messen, um das Auftreten von Komplikationen bei asymptomatischen Patienten mit schwerer Aortenstenose abzuschätzen.

In der Studie wurden prospektiv die Daten über die Echokardiographie und den BNP-Spiegel im Blutplasma unter Ruhe und Belastung gesammelt. In den zwei durchführenden medizinischen Zentren gab es insgesamt 211 Patienten mit einer asymptomatischen Aortenstenose, von denen 157 eine schwere Aortenstenose mit erhaltener linksventrikulärer Auswurfsfraktion hatten. Der Endpunkt der Studie war der Tod oder der Aortenklappenersatz.

Der BNP-Spiegel im Blutplasma nahm vom Ruhezustand ausgehend mit Belastung zu (p<0,0001). In der durchschnittlichen Follow-up Zeit von 1,5±1,2 Jahren erreichten 87 Patienten mit schwerer Aortenstenose den vordefinierten Endpunkt. Ein hoher maximaler BNP-Spiegel unter Belastung war mit einer höheren Wahrscheinlichkeit unerwünschter Komplikationen assoziiert. Die Patienten wurden in Abhängigkeit von ihrem maximal erreichten BNP-Spiegel in drei Gruppen eingeteilt. Das erste Drittel hat den geringsten, das zweite Drittel einen höheren und das letzte Drittel den höchsten BNP-Spiegel unter Belastung. In multivariaten Analysen war die Zugehörigkeit zur Gruppe „zweites Drittel" (HR = 2,9) und „drittes Drittel" (HR = 5,3) im Vergleich zur Gruppe „erstes Drittel" ein starker Prädiktor für Komplikationen. Weitere Anpassungen für den BNP-Spiegel unter Ruhebedingungen erbrachte vergleichbare Ergebnisse (zweites Drittel HR =2,8 und drittes Drittel HR=5,0). Diese Beziehung spiegelte sich bei beiden Patientenuntergruppen mit niedrigem oder hohem BNP-Spiegel in Ruhe wieder.

Fazit: Die durchgeführte Studie zeigt, dass neben den demographischen, sowie echokardiographischen Daten und dem BNP-Spiegel in Ruhe der maximale BNP-Spiegel unter Belastung, als Prädiktor für Komplikationen signifikant die Prognose-Aussagekraft weiter erhöht.

1-Capoulade et al. Prognostic value of plasma B-type natriuretic peptide levels after exercise in patients with severe asymptomatic aortic stenosis. Heart 2014 Juli 3

2-Siehe auch: BNP-Spiegel und Risiko-Abshätzung vor nicht-herzchirurgischen Operationen, 2010

 

 

 

 

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