Die Behandlung mit Glukokortikoiden bewirkt eine Besserung bei Multiple-Sklerose(MS)-Schüben. Das therapeutische Fenster, die nötige Dosis und die Verabreichungsform und -häufigkeit sind jedoch noch immer unklar.

Eine aktuelle randomisierte Studie (1) verglich die klinische und radiologische Wirkung, Verträglichkeit und Sicherheit von intravenösem Methylprednisolon (ivMP) gegenüber oralem Methylprednisolon (oMP) bei der Behandlung von MS-Schüben.

Die Autoren der Studie randomisierten neunundvierzig Patienten mit mittleren oder schweren Schüben vor mindestens 15 Tagen in einer doppelblinden, multizentrischen, nicht-Unterlegenheits Studie. Die Patienten erhielten ivMP oder oMP und das entsprechende Plazebo. Das Steroid wurde bei beiden Verabreichungsformen vergleichbar hoch dosiert. Zu Beginn der Studie sowie nach 1, 4 und 12 Wochen wurde die Punktzahl der Expanded Disabilite Status Scale (EDSS) erhoben (Medknowledge Anmerkung: die EDSS ist eine 0-10 Skala zur Bewertung des Behinderungsgrads eines MS-Patienten; die Punktzahl 0 entspricht einem unauffälligen neurologischen Status, die Punktzahl 10 entspricht dem Tod infolge der MS). Außerdem erhielten die Patienten zu Beginn der Studie und nach 1 und 4 Wochen ein MRT des Gehirns.

Als primären Endpunkt definierten die Autoren eine nicht unterlegene Besserung der EDSS nach 4 Wochen (mit einer Nicht-Unterlegenheits-Grenze von einem Punkt), mit weiterer Beurteilung der Wirkung auf Anzahl und Volumen der T1 Gadolinium-Anreicherungen (Gd+) sowie neu aufgetretener oder vergrößerter T2 Läsionen, 4 Wochen nach Beginn der Steroidbehandlung. Sicherheit und Verträglichkeit wurden als sekundärer Outcome bewertet.

Die Autoren erreichten das Ergebnis einer nicht unterlegenen Besserung der EDSS Punktzahl nach 4 Wochen. Es zeigte sich kein Unterschied zwischen ivMP und oMP in der Anzahl und Volumen der Gd+ Läsionen sowie hinsichtlich neu aufgetretener oder vergrößerter T2 Läsionen (statistische Daten hierzu:

Anzahl der Gd+Läsionen 0 (0-1) vs 0 (0-5; Volumen der Gd+ Läsionen 0 (0–88.0) vs 0 (0–32.9) mm3; neu aufgetretene oder vergrößerte T2 Läsionen 0 (0–194) vs 0 (0–123). Das MP wurde gut vertragen und keine schweren Nebenwirkungen berichtet.

Fazit: Orales Methylprednisolon ist zur Behandlung Multipler-Sklerose-Schübe ähnlich wirksam wie intravenöses Methylprednisolon , hinsichtlich der Reduktion der EDSS Punktzahl, des MRT Befunds 4 Wochen nach dem Schub, der Verträglichkeit und der Sicherheit.

1-Ramo-Tello C et al. A randomized clinical trial of oral versus intravenous methylprednisolone for relapse of MS. Mult Scler 2014 May;20(6):717-25.

 

 

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