Frei#  Schnellender Finger ist neben dem Karpaltunnelsyndrom eine der häufigsten orthopädischen Handerkrankungen, insbesondere Diabetiker sind davon betroffen. Wenn eine Beugesehne am Finger sich entzündet, dann passt sie beim Strecken des Fingers nicht mehr durch das Ringband. Das führt dazu, dass der Finger erst nicht richtig gestreckt werden kann, und dann plötzlich springt („schnellender Finger“). Schnellender Finger kommt oft durch übermäßige Belastung der Finger.  Er wird in der Regel konservativ mit Kortison-Injektionen in das betroffene Stelle (Ringband, entzündete Beugesehne) am Finger behandelt. In hartnäckigen Fingern wird operativ das Ringband durchtrennt. 

Eine aktuelle Studie (1) untersuchte die Langzeit-Wirksamkeit einer einmaligen Kortison-Injektion. In die Studie wurden 366 Fälle mit erstmaligen Kortison-Injektionen von 2000 bis 2007 eingeschlossen. Die minimale Nachbeobachtungszeit betrug 5 und maximale 10 Jahre.  Die Therapie wurde als erfolgreich bewertet, wenn keine zweite Kortison-Injektion erfolgte, oder wenn nicht operiert wurde. Die Ergebnisse:

45% der Patienten hatten langanhaltenden Therapierfolg nach einer einmaligen Kortison-Spritze. In der Analyse zeigten sich das Geschlecht und Zahl der betroffenen Finger als Prädiktoren für den Therapieerfolg. 56% der Frauen, und lediglich 35% der Männer mit einem „Schnappfinger“  hatten auf die Therapie angesprochen. Bei Frauen und Männern mit mehreren „Schnappfingern“ war jedoch die Erfolgsrate ähnlich (39% vs. 37% respektive). Die meisten Therapieversagen traten in den ersten 2 Jahren nach initialer Injektion auf.

Fazit: Fast die Hälfte der Patienten mit schnellendem Finger brauchten nach einer einmaligen Kortison-Spritze keine weitere Therapie mehr. Frauen sprachen auf die Therapie besser an. Vorhandensein von mehreren betroffenen Fingern war ein Risikofaktor für Therapieversagen. 

1-Wojahn et al. Long-term outcomes following a single corticosteroid injection for trigger finger. J Bone Joint Surg Am. 2014 Nov 19;96(22):1849-54

2-Schnellender Finger: Was steckt dahinter?

 

 

 

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