Die Nahrungsmittelallergien bei Kindern nehmen zu. Die damit einhergehende Vermeidung bestimmter Nahrungsmittel (z.B. Milch) kann mögliche Auswirkungen auf das Wachstum der Kinder haben. Eine aktuelle US-Studie in „Journal of Pediatrics" untersuchte, ob Nahrungsmittelallergien einen Effekt auf die Wachstumsgeschwindigkeit der Kinder haben (1).

Dafür haben die Autoren die Daten von 9938 Kindern aus 2 Kinderarzt-Praxen in New York; von denen hatten 439 (4.4%) eins oder mehrere Lebensmittel vermieden.

Kinder mit Nahrungsmittelallergien, die bei privaten Krankenversicherungen versichert waren, waren signifikant kürzer (mittlere Höhe z-score = 0.06; P = .01) und wogen weniger (mittleres Gewicht z-score -0.1; P = .006) als Kinder ohne Nahrungsmittelallergien (mittlere Höhe z-score = 0.42; mittleres Gewicht z-score = 0.07).

Im Gegensatz dazu waren die Kinder mit Nahrungsmittelallergien, die bei gesetzlichen Krankenkassen versichert waren, waren nicht kürzer oder untergewichtiger als Kinder ohne Nahrungsmittelallergien.

Kinder, die aus welchen Gründen auch immer wenig Milch getrunken haben, waren insgesamt unabhängig von Nahrungsmittelallergien kleiner und leichter; das galt nicht für andere Nahrungsmittelallergien.

Fazit: Kinder aus reichen Familien (Medknowledge-Anmerkung: in der Studie hieß es: „privatversicherte Kinder") mit Nahrungsmittelallergien haben signifikante Wachstumsstörungen, sie sind kürzer als vergleichbare Kinder ohne Nahrungsmittelallergie. Des Weiteren waren alle Kinder mit Milchallergie kürzer und leichter als die Kinder ohne Milchallergie. Die Autoren empfehlen bei Kindern mit Nahrungsmittelallergien routinemäßig Größe- und Gewicht-Kontrollen durchzuführen, um mögliche Wachstumsstörungen rechtzeitig festzustellen.

Anmerkung: Interessanterweise hatten Kinder mit Nahrungsmittelallergien, die aus sozioekonomisch benachteiligten Familien kommen (staatliche Krankenkasse, in den USA oft Medicare), im Vergleich zu Kindern aus reichem Elternhaus keine Wachstumsstörungen. Ob die gutsituierte Eltern strikter die Diät-Empfehlungen für Ihre Kinder einhalten, während die Kinder aus armen Elternhaus sich hochkalorisch (z.B. mit Fastfood) ernähren, und dadurch die Wachstums-Nachteile der Nahrungsmittelallergien bei ihnen weniger zum Vorschein kommen?

1-Mehta H et al. Growth comparison in children with and without food allergies in 2 different demographic populations. J Pediatr. 2014 Jul 16. pii: S0022-3476(14)00510-1.

 

 

FaceBook  Twitter  

Zusätzliche Informationen