Frei#  Die Übersicht ist als Volltext im Internet in Englisch zugänglich. Vor allem ist eine Tabelle interessant, die das Sicherheitsprofil und häufige Nebenwirkungen von Routine-Impfungen zeigt, u.a. von DTaP, Hepatitis-A-B-Impfung und Varizellen-Impfung (2).

Hintergrund: Sicherheitsbedenken spielen eine wesentliche Rolle bei der Entscheidung von Eltern, ob Kinder eine Impfung erhalten sollen. In einigen Fällen wird sich gegen eine Impfung entschieden, was auf Ebene der Bevölkerung eine Eradikation von Erkrankungen unmöglich macht und somit die gesamtgesellschaftliche Gesundheit betrifft.

Eine aktuelle Studie (1) hat systematisch die vorhandene wissenschaftliche Literatur hinsichtlich der Sicherheit von Routineimpfungen im Kindesalter in den U.S.A. untersucht. Verwendet wurden zahlreiche Datenquellen, u.a. PubMed und ein 2011 erschienenes Konsensus Papier des Institute of Medicine (IOM) zur Sicherheit von Impfungen.

Das vom IOM veröffentlichte Dokument wurde durch die wesentlichen Erkenntnisse nach 2011 erschienener Studien ergänzt, auch wurde der Fokus erweitert und weitere Impfungen mit aufgenommen. Es wurden nur Studien aufgenommen, bei welchen eine aktive Beobachtung vorlag und Kontrollmechanismen im Studiendesign verankert waren. Es wurden ausschließlich Impfstoffe in der Analyse berücksichtigt, welche in den USA zum Zeitpunkt der Studie Einsatz fanden. Die wesentlichen extrahierten Informationen waren das Nebenwirkungsprofil, sowie Patienten- und Impfstoffscharakteristika. Zur Beurteilung von Nebenwirkungen wurde die McHarm Skala verwendet (Anmerkung: Eine Methode zum Vergleich von Nebenwirkungen von medizinischen Interventionen). Die Evidenzstärke wurde kategorisch beurteilt (mit hoch, mittel, niedrig, ungenügend).

Insgesamt wurden 67 Dokumente im Review untersucht. Die Evidenzlage für den Zusammenhang einer MMR Impfungen (Masern/Mumps/Rubella) und Fieberkrampfanfällen wurde als hoch eingestuft. Bei Varizella Impfungen in immungeschwächten Patienten traten disseminierte Varizella Infektionen auf.

Zudem gibt es starke Hinweise darauf, dass MMN, entgegen weit verbreiteter Vorurteile, nicht mit einem erhöhten Autismus Risiko verbunden ist. Es lag zudem eine mittlere Evidenzstärke für den Zusammenhang von Rotaviren-Impfung von und dem Auftreten von Darminvaginationen. Eine wesentliche Beschränkung des Reviews beruht auf der Tatsache, dass die Mehrzahl der untersuchten Einzelstudien nicht die prädisponierenden Risikofaktoren für das Auftreten von entsprechenden Nebenwirkungen untersucht bzw. identifiziert und der Schweregrad von Nebenwirkungen über Studien hinweg nicht einheitlich beurteilt wurde.

Fazit: Die aktuelle Review-Studie stellt fest, dass einige der gängigen Kinderimpfungen mit schwerwiegenden Nebenwirkungen assoziiert sein können. Allerdings treten diese Nebenwirkungen extrem selten auf und wenn, dann in der Regel im Zusammenhang mit bestimmten Prädispositionen, z.B. einer Immundefizienz bei der Gabe von Lebendimpfsoffen auf. Daher sollten potentielle Nebenwirkungen müssen bei einer individuellen Entscheidung dementsprechend gegen die schützenden Effekte abgewogen werden, welche effektive und moderne Impfungen leisten.

1- Maglione MA et al. Safety of vaccines used for routine immunization of US children: A systematic review. Pediatrics 2014 Jul 1

2-Safety of Vaccines Used for Routine Immunization of US Children: A Systematic Review

 

 

 

 

 

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