Eine aktuelle Studie mit 239 Patienten aus einem einzigen Referenzzentrum.

Zielsetzung: Die internationale „Chapel Hill Consensus Conference" zur Nomenklatur von Vaskulitiden 2012 definierte die Medikamenten-assoziierte Immunkomplexvaskulitis als ein eigenständiges Krankheitsbild innerhalb der Gruppe der sekundären Vaskulitiden. In vorliegender Studie wurden die klinischen Erscheinungsformen bei Patienten mit Medikamenten-assoziierter kutaner Vaskulitis (drug-associated cutaneous vascultitis, DACV) untersucht.

Methoden: Es wurden die Fallberichte von Patienten mit DACV ausgewertet, die an einem tertiären Versorgungszentrum, über einen Zeitraum von 36 Jahren behandelt worden waren. Die Diagnose einer DACV wurde immer dann in Betracht gezogen, wenn das Medikament in der Woche vor Krankheitsbeginn eingenommen worden war.

Ergebnisse: Aus einer Reihe von 773 Fällen von kutaner Vaskulitis wurde bei 239 Patienten (30,9%, 133 Männer und 106 Frauen, Altersdurchschnitt 36 Jahre) eine DACV diagnostiziert.,

Die am häufigsten eingenommenen Medikamente waren Antibiotika (n = 149; 62,3%), vor allem Betalaktam-Antibiotika, und nicht-steroidale Entzündungshemmer (NSAID; n = 24; 10%).

Neben Hautveränderungen (100%) waren die häufigsten klinischen Erscheinungsformen Gelenk- (51%) und gastrointestinale (38,1%) Beschwerden, Nephropathie (34,7%) und Fieber (23,8%).,

Die auffälligsten Laborwerte waren eine erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit (40,2%), das Auftreten von Kryoglobulinen im Serum (26%), eine Leukozytose (24,7%), positive antinukleäre Antikörper (21,1%), Anämie (18,8%) und ein positiver Rheumafaktor (17,5%).

Trotz Beendigung der Medikamenteneinnahme und Bettruhe benötigten 108 Patienten (45,2%) eine medizinische Behandlung, in erster Linie Kortikosteroide (n = 71) oder Immunsuppressiva (n = 7).

Nach einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von 5 Monaten erlitten 18,4% der Patienten ein Rezidiv, wobei eine Mikrohämaturie oder Niereninsuffizienz bei 3,3% bzw. 5% bestehen blieb.

Fazit: Die Medikamenten-assoziierte kutane Vaskulitis ist hauptsächlich mit Antibiotika- und NSAID-Einnahme assoziiert. In den meisten Fällen hat sie eine günstige Prognose, ein kleiner Teil der Patienten entwickelt jedoch möglicherweise einen bleibenden Nierenschaden.

1- Ortiz-Sanjuán et al. Drug-associated cutaneous vasculitis: Study of 239 patients from a single referral center. The Journal of Rheumatology September 15, 2014 jrheum.140390

 

 

 

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