Zahlreiche Strategien zur Antikoagulationstherapie einer akuten venösen Thromboembolie (VTE) sind bekannt. Allerdings finden sich kaum Anhaltspunkte dafür, welcher Wirkstoff am effektivsten und sichersten ist.

Eine aktuelle Übersicht und Metaanalyse (1) verglich die Wirksamkeit und Sicherheit von acht Antikoagulationstherapien zur Behandlung einer akuten VTE: unfraktioniertes Heparin [UFH], niedermolekulares Heparin [NMH] und Fondaparinux, jeweils in Kombination mit Vitamin K-Antagonisten (VKA), sowie NMH mit Dabigatran, NMH mit Edoxaban und Rivaroxaban, Apixaban sowie NMH alleine.

Hierfür wurde eine systematische Literaturrecherche in MEDLINE und EMBASE durchgeführt und die bis zum 28. Februar 2014 veröffentlichten evidenzbasierten Reviews zur Analyse herangezogen.

Berücksichtigt wurden randomisierte Studien, in denen die Rate für ein Rezidiv einer VTE und starke Blutungen bei Patienten mit akuter VTE beschrieben war. Von den 1197 identifizierten Studien wurden 45 Studien mit insgesamt 44.989 Patienten in die Analyse eingeschlossen.

Zwei Gutachter fassten unabhängig voneinander, die Studiendaten zusammen, einschließlich der Patientenzahlen, der Dauer des Follow-up und des Outcome.

Die Daten wurden anschließend in einer Netzwerk-Metaanalyse zusammengefügt.

Als Haupt-Outcome bezüglich dem klinischem Verlauf und der Sicherheit, galten das Rezidiv einer VTE beziehungsweise starke Blutungen.

Im Vergleich zur Behandlung mit NMH/VKA war die Gabe von UFH/VKA mit einem erhöhten Risiko für ein Rezidiv einer VTE assoziiert (Hazard Ratio [HR] 1,42). Der Anteil von Patienten mit Rezidiv einer VTE, während der 3-monatigen Behandlung betrug bei UFH/VKA-Behandlung 1,84% und bei NMH/VKA-Behandlung 1,30%. Die Gabe von Rivaroxaban (HR 0,55) und Apixaban (HR 0,31) war mit einem geringeren Blutungsrisiko assoziiert, als die Behandlung mit NMH/VKA, wobei aber ein kleinerer Anteil von Patienten innerhalb der 3-monatigen Antikoagulationstherapie eine starke Blutung erlitt: 0,49% unter Rivaroxaban, 0,28% unter Apixaban, und 0,89% unter NMH/VKA.

FAZIT: In der Metaanalyse der gepoolten Daten zeigten die meisten Behandlungsstrategien einer akuten venösen Thromboembolie (VTE) keine statistisch signifikanten Unterschiede, hinsichtlich der Wirksamkeit und Sicherheit im Vergleich zur Gabe von niedermolekularem Heparin mit Vitamin-K-Antagonisten (NMH/VKA). Dennoch deuten die Daten daraufhin, dass die Kombination aus unfraktioniertem Heparin und Vitamin-K-Antagonisten (UFH/VKA) die am wenigsten wirksame Methode ist und eine Behandlung mit Rivaroxaban (Xarelto) oder Apixaban mit dem niedrigsten Blutungsrisiko assoziiert ist.

1-Castellucci et al. Clinical and safety outcomes associated with treatment of acute venous thromboembolism: A systematic review and meta-analysis. JAMA. 2014 Sep 17;312(11):1122-35

 

 

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