Frei#  Die kardiale Resynchronisationstherapie mit Defibrillator (CRT-D) erhöht das Langzeitüberleben von Patienten mit leichter Herzinsuffizienz (HI) und Linksschenkelblock (LSB) verglichen mit der Implantation eines Defibrillators (ICD) allein. Es handelt sich hier um die ersten Langzeitdaten einer frühzeitigen CRT-D-Intervention, die Ilan Goldenberg, Israel, auf der diesjährigen Tagung des American College of Cardiology in Washington vorgestellt und gleichzeitig im „NEJM" publiziert hat (1).

Die MADIT-CRT-Studie (The Multicenter Automatic Defibrillator Implantation Trial with Cardiac Resynchronization Therapy, 2) hatte bereits zeigen können, dass eine frühe CRT-D bei HI-Patienten mit Linksschenkelblock die Gesamtmortalität sowie die Rate nicht-tödlicher Herzinsuffizienz-Ereignisse signifikant reduzieren konnte. In die Studie waren 1.820 Patienten mit leichter Herzinsuffizienz entweder auf eine CRT-D- oder eine ICD-Therapie randomisiert worden. 1.281 von Ihnen wiesen einen breiten QRS-Komplex als Zeichen eines LSB auf. Sie waren im Schnitt 2,4 Jahre nachbeobachtet worden.

Die aktuelle Studie (1) hat alle Patienten am Ende der MADIT-CRT (N=1.691) eingeschlossen und bis September 2010 nachbeobachtet, diese Phase umfasste median 5,6 Jahre. In einer zweiten Phase wurden 854 Patienten in eine Registerstudie eingeschlossen weiter beobachtet. Nach median 7 Jahren betrug die Gesamtmortalität der HI-Patienten mit LSB, die mit einem CRT-D-Gerät versorgt worden waren, 18%. Die Sterblichkeit der Patienten, die „nur" einen ICD bekommen hatten, lag mit 29% deutlich höher (HR 0.59, p<0.001). Die CRT-D-Therapie brachte den Patienten ohne LSB keinen Überlebensvorteil, möglicherweise erlitten sie sogar einen Nachteil (HR für Gesamtmortalität 1.57).

Fazit: Die Ergebnisse zeigen, dass die frühe CRT-D bei Patienten mit leichter Herzinsuffienz (EF 30%) nur dann die Mortalität verringert, wenn gleichzeitig ein kompletter Linksschenkelblock vorliegt.

Anmerkung: Die Daten der letzten Jahre (3) zeigen, dass die kardiale Resynchronisationstherapie auf Herzinsuffienz-Patienten beschränkt werden sollte, die gleichzeitig einen LSB aufweisen.

Hintergrund CRT:

Eine kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) korrigiert eine bestehende Reizleitungsstörung, indem es beide Herzkammern gleichzeitig stimuliert und so die Ventrikelkontraktionen wieder synchronisiert. Viele Herzinsuffizienz-Patienten haben ein erhöhtes Risiko am plötzlichen Herztod zu sterben. Daher kann die CRT-Funktion mit einem Defibrillator kombiniert werden.

1-Goldenberg I et al. Survival with cardiac-resynchronization therapy in mild heart failure. N Engl J Med 2014 Mar 30

2-Moss et al. - MADIT-CRT Trial: Cardiac-Resynchronization Therapy for the Prevention of Heart-Failure Events N Engl J Med 2009; 361:1329-1338

3- Kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) bei Herzinsuffizienz mit schmalen QRS-Komplexen, 2008

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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