Hintergrund: Amiodaron ist ein wirksames Medikament zur Verhinderung von Vorhofflimmern, aber es hat Auswirkungen auf den Metabolismus von Warfarin.Des Weiteren gibt es Hinweise, dass Antiarryhtmika den Outcome bei Vorhofflimmern-Patienten verschlechtern können. Eine aktuelle Studie (1) untersuchte den Zusammenhang zwischen großen thrombotischen Ereignissen und Blutungen mit dem Gebrauch von Amiodaron im Rahmen der ARISTOTLE-Studie (2 // ARISTOTLE = Apixaban for Reduction in Stroke and Other Thrombembolic Events in Atrial Fibrillation = Apixaban zur Reduktion von Schlaganfällen und anderen thrombembolischen Ereignissen bei Vorhofflimmern).

Methoden: Die Merkmale der Patienten, die Amiodaron bei der Randomisierung bekamen, wurden mit denen, die kein Amiodaron bekamen, zu Studienbeginn verglichen. Die Wechselwirkungen zwischen randomisierter Behandlung und Amiodaron wurde mittels eines Cox-Modells überprüft, mit Haupteffekten für die randomisierte Behandlung und Amiodaron und ihre Wechselwirkungen. Das Matching auf Basis eines epidemiologischen Scores (propensity score) wurde verwendet, um die Patienten, die Amiodaron zum Zeitpunkt der Randomisierung bekamen, mit denen zu vergleichen, die es nicht bekamen.

Ergebnisse: In der ARISTOTLE-Studie bekamen 2051 Patienten (11,4%) Amiodaron zum Zeitpunkt der Randomisierung. Patienten, die Warfarin und Amiodaron bekamen, lagen kürzere Zeit im therapeutischen Bereich als Patienten ohne Amiodaron (56,5% vs. 63,0%).

Von den mit Amiodaron behandelten Patienten erlitten mehr einen Schlaganfall oder eine systemische Embolie (1,58% pro Jahr vs. 1,19% pro Jahr). Die Gesamtsterblichkeit und die Rate an größeren Blutungen waren erhöht, aber unterschieden sich zwischen mit Amiodaron behandelten Patienten und solchen ohne Amiodaron nicht signifikant.

Beim Vergleich von Apixaban mit Warfarin zeigte sich bei Patienten mit Amiodaron eine Häufigkeit von Schlaganfällen oder systemischen Embolien von 1,24% gegenüber 1,85% pro Jahr, eine Todeshäufigkeit von 4,15% gegenüber 5,65% pro Jahr und größere Blutungen mit einer Häufigkeit von 1,86% gegenüber 3,06% pro Jahr. Bei Patienten, die kein Amiodaron bekamen, lag die Schlaganfall- oder Embolierate bei 1,29% gegenüber 1,57% pro Jahr, eine Todeshäufigkeit von 3,43% gegenüber 3,68% pro Jahr und größere Blutungen mit einer Häufigkeit von 2,18% gegenüber 3,03% pro Jahr. Bezüglich der Wechselwirkungen bei der Verwendung von Amiodaron durch die Behandlungseffekte von Apixaban zeigten sich keine signifikanten p-Werte.

Fazit: Die Verwendung von Amiodaron ging mit einem signifikant erhöhten Risiko für Schlaganfälle und systemische Embolien einher. Desweiteren war die Antikoagulation mit Warfarin (~Marcumar) bei gleichzeitiger Amiodaron-Einnahme häufiger in nicht im therapeutischen Bereich. Apixaban verringerte durchweg die Rate an Schlaganfällen und systemischen Embolien sowie an Todesfällen und größeren Blutungen im Vergleich zu Warfarin sowohl bei Patienten, die mit Amiodaron behandelt wurden, als auch bei solchen ohne Amiodaron.

Anmerkung: Anscheinend ist die Aufrechterhaltung des Sinusryhtmus bei Vorhofflimmern-Patienten nicht alleine Entscheidend für den Outcome. Die Ärzte sollten insbesondere bei älteren Patienten, die unter Vorhofflimmern am Alltag keine Beschwerden haben, den Einsatz der Antiarryhtmika eher kritisch überprüfen.

1-Flaker G et al. Amiodarone, anticoagulation, and clinical events in patients with atrial fibrillation: Insights from the ARISTOTLE trial. J Am Coll Cardiol. 2014 Oct 14;64(15):1541-50

2-Siehe ARISTOTLE-Studie: Vorhofflimmern: Apixaban (Eliquis) verringert Schlaganfall- und Sterberisiko auch bei Hochrisiko-Patienten, 08/2011 -5/2012

 

 

 

 

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