In einigen Gegenden der Welt -vor allem in Ostasien in Japan und Korea- kommt Magenkrebs relativ häufig vor. Es herrscht noch Unklarheit über den bestmöglichen zeitlichen Abstand zwischen endoskopischen Untersuchungen, zur Abklärung früher Neoplasien des Magens (inklusive gastraler Adenome). Forscher versuchten daher im Rahmen einer retrospektiven Studie an einer Universitätsklinik in Seoul/ Süd Korea das beste Intervall für die endoskopische Abklärung von Magenkarzinomen- und adenomen zu ermitteln.

Es wurden Daten von Patienten genutzt, welche sich im Zeitraum zwischen Januar 2008 und August 2013 in Behandlung befanden. Mit Hilfe eines Fragebogens wurde der zeitliche Abstand zwischen der letzten Endoskopie ohne pathologischen Befund und der ersten Untersuchung mit dem Befund einer gastralen Neoplasie ermittelt. Insgesamt wurden 846 Patienten anhand der Zeitabstände zwischen den Endoskopien in fünf Gruppen eingeteilt.

Das Hauptinteresse der Forscher lag darin, den Anteil von Neoplasien zu ermitteln, welche mittels endoskopischer submukosaler Dissektion entfernt wurden. Außerdem wurde die Häufigkeit von Magenkarzinomen bestimmt, welche in Abhängigkeit von der Intervalldauer zwischen den Untersuchungen gesetzt wurde.

Insgesamt wurde bei 197 Patienten ein Adenom, bei 430 ein frühes Krebsstadium und bei 219 ein fortgeschrittenes Magenkarzinom festgestellt.

In einer multivariablen Analyse zeigte sich für die Intervalldauer von unter 12 Monaten, 12 bis 24 Monaten und 24 bis 36 Monaten eine signifikant höhere Anzahl an endoskopischen Behandlungen gastraler Neoplasien als für die Patientengruppe mit einer Intervalldauer von fünf Jahren (kumulativ p<0,001).

Zusätzlich wurde für die Gruppen mit einem Intervall von unter 12 Monaten bzw. 12 bis 24 Monaten signifikant weniger fortgeschrittene Karzinome diagnostiziert als in der Gruppe mit einer Intervalldauer von 5 Jahren (p<0,001).

Limitierend wirkt sich auf die Aussage der Studie jedoch aus, dass es sich um eine retrospektive Untersuchung handelt und die Ergebnisse durch den Recall-Bias verzerrt werden.

Fazit: Die jährliche endoskopische Untersuchung zur Abklärung gastraler Neoplasien bringt keinen Vorteil gegenüber einer Intervalldauer von zwei bzw. drei Jahren. Daher empfehlen die Forscher einen Abstand zwischen den Untersuchungen von zwei Jahren um häufiger noch endoskopisch therapierbare Läsionen zu diagnostizieren. Außerdem könnte die Progressionsrate von Neoplasien zu Karzinomen gesenkt werden.

Park et al. The optimal endoscopic screening interval for detecting early gastric neoplasms. Gastrointest Endosc. 2014 Aug;80(2):253-

 

 

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