Eine aktuelle Studie (1) in der Fachzeitschrift "Journal of Clinical Gastroenterology" untersuchte das Outcome bei Katheter-Angiographie mit oder ohne Embolisierung, von Patienten mit akuter Blutung im oberen Gastrointestinaltrakt (GI) ohne Ösophagusvarizenblutung.

Hierfür wurden die elektronischen Patientenakten aller potentiellen Patienten aus den Jahren 2001 bis 2011 herangezogen. Eingeschlossen wurden Patienten, die erstmalig an einer oberen GI-Blutung litten und eine Angiographie zur Blutungslokalisation sowie eine endovaskuläre Behandlung benötigten. Patienten mit Varizenblutung sowie Patienten vor einer Operation oder endovaskulären Intervention im GI-Trakt wurden aus der Studie ausgeschlossen. Die Richtlinien der Society of Interventional Radiology und die Angemessenheits-Kriterien des American College of Radiology wurden eingehalten.

74 Patienten (m/w = 46/28) mit einem Durchschnittsalter von 60 Jahren wurden ermittelt. Bei 34 Patienten zeigte die Angiographie eine aktive Blutung, wovon bei einem der Patienten, aufgrund der Diagnose einer aortoenterischen Fistel keine Embolisierung durchgeführt wurde. Technische Probleme traten bei 2/34 Patienten auf, so dass die Erfolgsrate für den technischen Ablauf der Embolisierung bei 94% lag. Bei 40 der 74 Patienten zeigte die Angiographie keine Hinweise auf eine aktive Blutung. 18 Patienten wurden einer prophylaktischen Embolisierung mit endoskopisch platzierten Clips unterzogen und 22 Patienten erhielten keine Embolisierung. Daher wurden die Patienten in drei Gruppen eingeteilt (1) mit therapeutischer Embolisierung, (2) mit prophylaktischer/empirischer Embolisierung und (3) ohne Embolisierung.

Der klinische Erfolg der Embolisierung betrug in der Gruppe mit therapeutischer Embolisierung 67-68% und in der Gruppe mit prophylaktischer Embolisierung 67%. Die Rate früher Nachblutung betrug über alle Patienten berechnet 33,8%, in der Gruppe mit therapeutischer Embolisierung 51,6%, in der Gruppe mit prophylaktischer Embolisierung 33,3% und in der Gruppe ohne endovaskuläre Behandlung 12%. Die Mortalität war signifikant erhöht, bei Patienten mit höherem Alter (p = 0,001), Patienten mit cerebrovaskulären Erkrankungen (p = 0,037) und Patienten mit positiver Angiographie (p = 0,026), auch wenn ein klinischer Erfolg erreicht wurde.

FAZIT: Die akute Blutung im oberen Gastrointestinaltrakt ohne Ösophagusvarizenblutung bleibt klinisch eine Herausforderung, die trotz hoher technischer Erfolgsrate mit erhöhter Mortalität einhergeht. Patienten mit negativem Befund in der Angiographie, haben eine niedrigere Nachblutungsrate als Patienten mit aktiver Blutung während der Angiographie oder Patienten, bei denen eine Endoskopie-gestützte prophylaktische/empirische Embolisierung durchgeführt wurde.

Anmerkung: Die erfolgreiche technische Durchführung der Embolisation bedeutet anscheinend nicht gleich eine klinische Besserung.

1-Sildiroglu et al. Outcomes of patients with acute upper gastrointestinal nonvariceal hemorrhage referred to interventional radiology for potential embolotherapy. J Clin Gastroenterol. 2014 Sep;48(8):687-92

 

 

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