Frei#  Die prophylaktische totale Gastrektomie wird bei Patienten mit positiver Familienanamnese für einen diffusen Magenkrebs, die eine CDH1 Mutation haben, aufgrund des hohen Magenkrebs-Risikos dringend empfohlen. Manche Patienten entscheiden sich trotzdem für eine endoskopische Überwachung anstatt Gastrektomie, obwohl es noch nicht ausreichend geklärt ist. wie weit eine endoskopische Beobachtung die mikroskopische Krankheit entdeckt.

In einer aktuellen Studie (1) sollte der Verlauf von diesen Patienten mit einer Endoskopiebeobachtung untersucht werden. Es wurde eine prospektive Kohorten- und Beobachtungsstudie mit Patienten durchgeführt, die die Kriterien für einen hereditären diffusen Magenkrebs erfüllen und eine jährliche Endoskopie-Kontrolle erhalten.

Die Patienten erhielten eine spezielle hochauflösende Endoskopie ("white-light endoscopy", Autofluoreszenz und plus narrow-band imaging) mit gezielten und zufälligen Probenentnahmen, die durch einen spezialisierten Histopathologen für das Vorkommen eines Siegelringzell-Karzinoms beurteilt werden. Der primäre Endpunkt war das endoskopische Auffinden eines Siegelringzell-Karzinoms entsprechend des Mutationsstaus des Patienten und der nachfolgenden Entscheidung zur Operation. Der sekundäre Endpunkt waren die gezielten Biopsien verglichen mit den zufälligen Biopsien.

Zwischen September 2007 und März 2013, erhielten 29 Patienten von 17 Familien 70 Beobachtungsendoskopien. Es wurden bei 14 (64%) von 22 Patienten mit Mutation und bei 2 von 7 Patienten mit keiner pathogenetischen Mutation Siegelringzell-Karzinom-Stellen gefunden. 11 von 16 Patienten mit positiven Biopsien erhielten eine Gastrektomie nach einer mittleren Zeit von 5,7 Monate. Fünf Patienten verzögerten die Operation. Bei einem Patienten entwickelte sich ein fortgeschrittenes Magenkarzinom nach 40,2 Monaten nach den ersten endoskopischen Befunden. Bei dieser Studie gab es keine Kontrollgruppe.

FAZIT: Eine frühe spezielle hochauflösende Endoskopie in jährlichen Intervallen mit gezielten und zufälligen Biopsien, die mit einer detaillierten Histopathologie kombiniert ist, kann frühe maligne Läsionen identifizieren und kann bei der Entscheidungsfindung für das Durchführen einer Gastrektomie helfen. Eine verspätete Gastrektomie bei Patienten mit positiven Biopsien stellt ein großes Risiko dar.

1-Lim YC et al. Prospective cohort study assessing outcomes of patients from families fulfilling criteria for hereditary diffuse gastric cancer undergoing endoscopic surveillance. Gastrointest Endosc 2014 Jan 27

 

 

 

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