Frei#  Ondansetron ist ein Antiemetikum, welches über eine selektive Blockade der zentralen 5-HT3-Rezeptoren wirkt. Der Gebrauch von Ondansetron-Hydrochlorid bei Kindern mit einer Gastroenteritis steigt rapide an; dennoch ist wenig über die Auswirkung auf das Outcome bekannt. Eine aktuelle Studie (1) untersuchte, ob der steigende Gebrauch von Ondansetron in Notaufnahmen zu einer Reduktion der Anzahl der intravenösen Infusionen zur Rehydratation führt.

Es handelt sich um eine retrospektive Beobachtungsstudie von geeigneten Patientenbesuchen in den Notaufnahmen, die in der „Pediatric Health Information System administrative"-Datenbank in den USA enthalten sind. Teilnehmer waren 804000 Patienten zwischen 0 und 18 Jahren, die sich in der Notaufnahme zwischen 2002 und dem 2011 wegen Gastroenteritis vorgestellt hatten.

Ob die Gabe von oralem Ondansetron erfolgte oder nicht, wurde für jeden Patienten mithilfe der Durchsicht von Datenbanken festgestellt. Die Besuche wurden anhand des einheitlichen Ondansetron-Gebrauchs kategorisiert: niedrig (<5% verschriebenes Ondansetron), mittel (5%-25%), oder hoch (>25%).

Es wurden Analysen auf Krankenhausebene bezüglich der Assoziation zwischen dem Gebrauch von Ondansetron und 3 Endpunkten durchgeführt: Rehydratation (primär), Hospitalisierung und die erneute Wiedervorstellung in der Notaufnahme nach 3 Tagen.

Der Gebrauch von oralem Ondansetron stieg von einer Rate von 0.11% bei Patientenbesuchen in 2002 auf 42.2% im Jahr 2011. 18.7% der Kinder erhielten intravenöse Infusionen zur Rehydratation, wenn Ondansetron wenig eingesetzt wurde. Im Vergleich dazu erhielten bei häufigerer Ondansetrongabe 17.8% der Kinder eine intravenöse Rehydratation.

Ondansetron-Gebrauch hatte keine Auswirkung auf die Hospitalierungsrate bewirkt, die Wiedervorstellungen in der Notaufnahme nahmen jedoch ab. 13.5% der Kinder, die eine intravenöse Rehydratation erhielten, erhielten auch orales Ondansetron.

Fazit: Obwohl die Anwendung von Ondansetron während des Studienzeitraums anstieg, blieb die Anzahl der intravenösen Infusionen zur Rehydratationstherapie unverändert. Die meisten Kinder, die intravenöse Flüssigkeit erhielten, erhielten kein orales Ondansetron.

Orale Rehydratationstherapie ist die wichtigste Säule der Therapie der akuten Gastroenteritis bei Kindern, und sollte Vorrang vor IV-Infusionen haben. Dabei könnte der zeitnahe Einsatz von Ondansetron (als Tropfen oder Tablette) helfen.

1-Freedman SB et al. Impact of increasing ondansetron use on clinical outcomes in children with gastroenteritis. JAMA Pediatr 2014 Apr; 168:321

 

 

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