Frei#  Amerikanische und europäische Leitlinien empfehlen eine komplette endoskopische Resektion von polypösen Dysplasien (Adenome oder adenom-ähnliches Gewebe) mit häufigen endoskopischen Nachsorgeuntersuchungen bei Patienten, die eine langjährige Colitis ulcerosa haben. Die Krebsinzidenz nach dem Entdecken einer flachen low-grade Dysplasie oder eine Dysplasie-assoziierten Läsion liegt bei ungefähr 14 Fällen/1000 Patientenjahren in der Nachbeobachtungszeit.

Eine aktuelle Meta-Analyse untersuchte das Risiko für eine Krebsentstehung nach einer endoskopischen Resektion. Dafür wurden alle Studiendaten über Patienten mit Colitis ulcerosa und resezierten polypösen Dysplasien aus bekannten Medizindatenbanken wie Medline extrahiert. Die eingeschlossenen Studien dokumentierten die koloskopischen Nachuntersuchungen und lieferten Daten über das Auftreten von Krebs.

Von den 425 gesichteten Studien wurden von zehn Studien die Daten analysiert. Die Studiendaten schlossen die Ergebnisse von 376 Patienten mit Colitis ulcerosa und polypösen Dysplasien, die koloskopisch reseziert wurden, ein. Im Mittel wurden 2,8 Koloskopien pro Patient in einer durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von etwa 4.5 Jahren durchgeführt. Die zusammengefasste Krebsinzidenz lag bei 5,3 Fälle/1000 Patientenjahre. Die zusammengefasste Rate von jeglicher Dysplasie lag bei 65 Fälle/1000 Patientenjahren.

FAZIT: Patienten mit Colitis ulcerosa haben ein geringes Risiko für einen Dickdarmkrebs nach Resektion einer polypösen Dysplasie. Diese Ergebnisse unterstützen die derzeitige Strategie der Resektion und Überwachung. Dennoch haben diese Patienten ein zehnfach erhöhtes Risiko für die Entstehung einer Dysplasie und sollten daher häufige endoskopische Kontrolluntersuchungen erhalten.

1-Wanders LK et al. Cancer risk after resection of polypoid dysplasia in patients with longstanding ulcerative colitis: A meta-analysis. Clin Gastroenterol Hepatol 2014 May; 12:756

 

 

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