Infektionen mit Clostridium difficile im Krankenhaus sind häufig. Jedoch scheinen diese Infektionen auch ambulant, das heißt außerhalb des Krankenhauses, immer häufiger vorzukommen. Eine aktuelle Studie (1) untersuchte die Häufigkeit von Clostridium difficile Infektionen beim Hausarzt. Zudem sollen aktuelle Testverfahren für Infektionen mit diesem Keim beurteilt werden.

Drei niederländische Labore haben insgesamt 12,714 ungeformte Stühle, die vom Allgemeinmediziner zur Keimdiagnostik geschickt wurden, auf Clostridium difficile untersucht. Zusätzlich wurde eine eingebettete Fall-Kontroll-Studie gestartet mit 152 Clostridium difficile Patienten, sowie 304 Kontrollen, die sowohl das gleiche Alter, als auch das gleiche Geschlecht hatten wie die 152 Patienten. Die Patienten wurden mit Hilfe einer multivariaten logistischen Regressionsanalyse miteinander verglichen.

194 Proben (1,5%) wurden positiv auf Clostridium difficile getestet. Diese Häufigkeit war vergleichbar zu der von Salmonella spp.

Im Gegensatz zu den Kontrollpatienten mit Durchfall, konnten Patienten mit Clostridium difficile Infektionen häufiger schwere Symptome, Grunderkrankungen, Antibiotika Einnahme und vorherigen Krankenhausaufenthalte gebracht werden.

In dieser Studie forderten Hausärzte bei 7% der Stuhlproben einen Test auf Clostridium difficile an. Dadurch konnten 40% aller Clostridium difficile Infektionen entdeckt werden.

Niederländische Leitlinien empfehlen auf Clostridium difficile zu testen, wenn vorher Antibiotika eingenommen wurden, oder ein Krankenhausaufenthalt vorliegt, wie es bei 18% der untersuchten Proben der Fall war. Wenn man diesen Empfehlungen gefolgt wäre, wären 61% aller Clostridium difficile Infektionen entdeckt worden.

Fazit: Es kommen sehr häufig Patienten mit einer Clostridium difficile Infektion (CDI) in die Hausarztpraxis. Aktuell werden jedoch selten Stuhltests auf diesen Keim durchgeführt, somit und nur 40% der CDI-Infektionen beim Hausarzt werden entdeckt.

Anmerkung: Anders gesagt, bleiben 60% der CDI-Fälle in Hausarzt-Praxen in Niederlanden unentdeckt. Der Nachweis von Clostridium difficile wäre einfacher, wenn Empfehlungen befolgt werden, die auf die Risikofaktoren für eine CDI hinweisen.

Vermutlich lassen sich die Ergebnisse der Studie ebenfalls grob auf Deutschland übertragen, wo die Zahl der CDI kontinuierlich zunehmen.

1-Hensgens MPM et al. Diarrhoea in general practice: When should a Clostridium difficile infection be considered? Results of a nested case control study. Clin Microbiol Infect. 2014 Jul 7. doi: 10.1111/1469-0691.12758 

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