Hintergrund: Eine frühzeitige enterale Ernährung über eine transnasale Magensonde wird oft bei Patienten mit schwerer akuter Pankreatitis angewendet, um vom Darm ausgehende Infektionen zu vermeiden, aber es gibt bisher wenige Daten, die dieses Vorgehen untermauern. Es wurde eine multizentrische, randomisierte Studie durchgeführt, die bei Patienten mit akuter Pankreatitis eine frühzeitige transnasale Sondenernährung innerhalb von 24 Stunden mit einer oralen Ernährung 72 Stunden nach Vorstellung in der Notaufnahme verglich.

Zwar empfehlen die Leitlinien vor der Endoskopie bei oberen gastrointestinalen Blutungen die selektive Anwendung der Prokinetika, um die Sicht während der Gastroskopie und damit die diagnostische Ausbeute zu bessern; Prokinetika sollen sozusagen vor der Endoskopie den Magen vom Blut „säubern“. Es liegen jedoch noch keine Daten vor, wie und wann die Prokinetika-Gabe gesteuert werden sollte. Eine aktuelle Studie aus Korea ging dieser Frage nach (1).

Frei#  Eine Infliximab-Therapie bei Patienten mit akuter, schwerer Colitis ulcerosa ist oftmals der letzte Ausweg. Durch diese kann die Anzahl an Dickdarmentfernungen, sog. Kolektomien, in den ersten 12 Monaten verringert werden. Jedoch ist auf lange Sicht die Anzahl an Kolektomien genauso hoch, wie die vor der Ära der Biologika.

Die US-Fachgesellschaft „American Gastroenterological Association“ publizierte in "Gastroenterology" eine neue Leitlinie zur medikamentösen Therapie des Reizdarmsyndroms (Colon Irritabile). Die wichtigen Punkte sind:

Frei#  Der US-Netzwerk "Drug-Induced Liver Injury Network (DILIN)" untersucht neben den konventionellen Medikamenten hepatotoxische Nebenwirkungen der pflanzlichen und diätetischen Supplemente. In einer aktuellen Studie (1) wurden die Ergebnisse von 839 Patienten vorgestellt, die zwischen 2004 und 2013 in 8 US-Referenzzentren behandelt wurden.

Frei#  Bekanntlich ist die medikamentöse Therapie der rekurrierenden Clostridium-difficile-Infektionen (CDI) sehr schwierig. Studien haben gezeigt, dass die fäkale mikrobiotische Transplantation (FMT) oder Stuhltransplantation eine sichere, effektive alternative Therapie für rezidivierende CDI ist. Die FMT wurde in der Regel per Koloskopie durchgeführt, in dem frische Fäkalien (Stuhl) von fremden Spendern (oft Familienmitglieder) ins Zäkum verabreicht wurden. Es gibt jedoch Befürchtungen, dass die Patienten sich mit der FMT wegen der unattraktiven Natur dieser Therapie-Methode sich schwer tun.

Frei#  Perorale endoskopische Myotomie (POEM) ist eine neue und bisher viel versprechende Methode (4) zur endoskopischen Achalasie-Therapie. Wir hatten im September 2014 das Positionspapier der US- und europäischen Expertenzentren zur Indikation und Wirksamkeit der POEM-Therapie vorgesellt (1). Inzwischen sind im Januar 2015 sowie Oktober 2016 zwei weitere neue internationale Studien über die Langzeit-Erfahrungen mit POEM zur Therapie der therapierefraktären spastischen Ösophagus-Erkrankungen erschienen, die wir nach dem Positionspapier in Kurzform vorstellen (2,3). 

Aufgrund der hohen Sensitivität des PCR-Tests für Clostridien-Difficile-Infektion (CDI) wird innerhalb der nächsten 7 Tage keine PCR-Test-Wiederholung empfohlen, wenn der initiale PCR-Test negativ war. Eine aktuelle Studie (1) untersuchte, bei welcher Subgruppe von Patienten es sinnvoll wäre, doch in den ersten 7 Tagen den Test erneut durchzuführen.

Frei#  Bein Barrett-Ösophagus mit hochgradigen Dysplasien mit beginnender maligner Entartung wird eine endoskopische Resektion mit anschließender Hochfrequenzablation als Standard-Therapie angesehen. Barrett-Ösophagus mit geringer Dysplasie ist auch mit einem erhöhten Ösophagus-Adenokarzinom-Risiko assoziiert, und sein Vorkommen nimmt vor allem in westlichen Industrieländern zu. Die Vorgehensweise bei geringgradigen Dysplasien ist jedoch noch unklar. Eine aktuelle randomisierte Studie (1) aus Europa untersuchte, ob ein Eingriff mittels Hochfrequenzablation die Rate neoplastischer Neubildung senkt.

Frei#  Für viele Jahre wurde ballaststoffreiche Ernährung zur Besserung der Symptome bei Reizdarm-Symptom insbesondere beim Vorliegen von Obstipation empfohlen. Diese Empfehlung ist jedoch aufgrund neuer Studien ins Schwanken geraten. Eine aktuelle Meta-Analyse ging dieser Frage nach.

Zusätzliche Informationen