Hintergrund: Die Koloskopie wird als Standardmethode für die Erkennung kolorektaler Karzinome betrachtet; eine adäquate Vorbereitung ist entscheidend für eine effektive Koloskopie, bisher gibt es jedoch noch keine eindeutigen Daten bezüglich der optimalen Vorbereitung. Vor allem der Stellenwert der Dosisaufteilung der Laxantien gegenüber der Einnahme der gesamten Dosis an dem Abend vor der Koloskopie ist noch unklar (Medknowledge-Anmerkung: Dosis-Splitting bedeutet erste Dosis ein Tag vor der Koloskopie, und zweite Dosis am Tag der Koloskopie einzunehmen. In Deutschland wird oft Clean-Prep oder auch Movicol verwendet.)

Zielsetzung: Die Studie diente zur Beurteilung der Wirksamkeit von geteilten Dosen gegenüber nicht-geteilten Dosen bei der Koloskopievorbereitung, der Rate an adäquaten Vorbereitungen in Abhängigkeit von der Art und Dosierung der Laxantien, der Rolle der „runway time" (das Zeitintervall zwischen dem letzten Abführgetränk und dem Beginn der Koloskopie), und zur Bewertung der Compliance als zusätzlichen Risikofaktor für die Darmreinigung.

Studiendesign: Es handelt sich um eine Reihe von Metaanalysen kontrollierter Studien.

Studienaufbau: Durchgeführt wurde eine randomisierte kontrollierte Studie zum Vergleich zwischen einem Vorbereitungsregime mit geteilten Dosen und einer Vorbereitung, bei der die gesamte Dosis auf einmal am Tag vor der Koloskopie eingenommen wurde.

Patienten: Es wurden zwischen 1960 und 2013 veröffentlichte Studien, die Vorbereitsregimes zur Koloskopie bei Erwachsenen mit geteilten Dosen gegenüber nicht-geteilten Dosen verglichen haben, mithilfe von MEDLINE, dem Cochrane Central Register of Controlled Trials, clinicaltrial.gov, ISI Web of Science und Scopus ausgewählt.

Interventionen: Es wurden Koloskopien durchgeführt.

Wichtigste Zielkriterien: Das unterschiedliche Ausmaß der Kolonreinigung bei geteilter und ganzer Dosis war die primäre Messgröße für den Behandlungseffekt.

Ergebnisse: Es wurden 29 Studien ausgewertet. Insgesamt wurde von 85% der Patienten in der Gruppe mit geteilter Dosis und von 63% in der Gruppe mit nicht-geteilter Dosis (Ratendifferenz 22%) eine adäquate Kolonreinigung erreicht. Die Heterogenität wurde durch fünf Faktoren verursacht: die „runway time" (je länger, desto schlechter die Darmreinigung), die Art der Ernährung, männliches Geschlecht, den Gebrauch von 4 Litern Polyethylenglykol und den Jadad Score. Die Compliance war in der Gruppe mit geteilter Dosis signifikant höher.

Einschränkungen: Die ausgewerteten Studien waren von durchschnittlicher Qualität und es bestand womöglich ein „publication bias" (Tendenz zur voreingenommenen Veröffentlichung).

Fazit: Die vorliegende Analyse hat weitere Anhaltspunkte für die Überlegenheit einer Koloskopievorbereitung mittels geteilter Dosen gegenüber einer solchen mit nicht-geteilten Dosen geliefert.

Die Überlegenheit der Vorbereitung mittels geteilter Dosen bleibt unabhängig von Art und Dosierung gültig, solange die Regel der „goldenen 5 Stunden" eingehalten wird (erste Dosis ein Abend davor, mit der zweiten Dosis wird 5 Stunden vor der Untersuchung begonnen, und mindestens 3 Stunden vor dem Beginn der Koloskopie komplettiert.)

1-Bucci et al. Optimal bowel cleansing for colonoscopy: Split the dose! A series of meta-analyses of controlled studies. Gastrointest Endosc. 2014 Oct;80(4):566-576.e2

 

 

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