Die Bestimmung des Risikos für Magenkrebs, bei Patienten mit peptischen Ulkus, auf Grundlage einer chinesischen Kohorte.

Das Magenkarzinom kommt in Deutschland gehäuft nach dem 50. Lebensjahr vor. Im Schnitt sind 13 Männer bzw. 7 Frauen von je 100.000 Menschen, pro Jahr betroffen. Regional gibt es große Unterschiede, insbesondere in China und Japan ist die Inzidenz sehr hoch. Als Ursache für das Magenkarzinom kommen mehrere Faktoren in Frage. Einer der Hauptgründe ist die Gastritis auf Grundlage einer Helicobacter pylori-Infektion. Um das Wachstum eines Magenkarzinoms auszuschließen, muss deshalb nach einem Magenulkus durch eine Helicobater pylori-Infektion der Magen gastroskopisch kontrolliert werden. Insbesondere in den ersten zwei Jahren nach der Diagnose eines Magenulkus haben die Patienten ein signifikant höheres Risiko an Magenkrebs zu erkranken. Um ein Modell zur personalisierten Risikovorhersage bei Magenulkus zu entwickeln, verwendeten chinesische Forscher im Rahmen einer Studie die Daten einer nationalen Datenbank (1).

Die Forscher sammelten Daten der nationalen Krankheitsversicherung von Taiwan. 278.898 Patienten wurden erstmalig mit der Hauptdiagnose Magenulkus aufgenommen. Daraus entwickelten die Forscher eine Netztafel, Nomogramm, welches sie durch Diskrimination, Kalibration und eine Testkohorte validierten. Anschließend wurde das gehäufte Vorkommen von Magenkarzinom bei den Studienteilnehmern, das durch das Nomogramm vorhergesagt wurde, genauer untersucht.

Insgesamt entwickelten 1269 Probanden ein Magenkarzinom.

Unabhängige Risiko-Faktoren für Magenkarzinom waren: Alter, Geschlecht, Lokalisation des Ulkus im Magen, Helicobacter pylori Eradikation, der Gebrauch von NSAIDs und Kontroll-Endoskopien (Medknowledge-Anmerkung: Vermutlich sind bei Magengeschwüren mit tief und weit greifenden Schleimhautdefekten mehrere Kontroll-Gastroskopien im Verlauf notwendig).

Die Konkordanz des auf Basis dieser Faktoren entwickelten Nomogramms war 0,78.

Die Studienteilnehmer wurden in Abhängigkeit vom Risikoscore in vier Gruppen eingeteilt. Die kumulative 1-Jahres-Inzidenz war, beginnend bei der Gruppe mit dem niedrigsten Risikoscore, 7,4/10.000 Menschen, 14,2/10.000 Menschen, 25,5/10.000 Menschen und 86,6/10.000 Menschen. Die kumulative 2-Jahres Inzidenz war, bei gleicher Gruppenverteilung 9,3/10.000 Menschen, 20,9/10.000 Menschen, 38,0/10.000 Menschen und 135,7/10.000 Menschen. Das Nomogramm wurde in einer unabhängigen Kohorte validiert, wobei ähnliche Inzidenzwerte bestimmt wurden.  

Fazit: Die Forscher entwickelten und validierten ein Nomogramm um das Risiko für Magenkrebs ein und zwei Jahre nach der Diagnose Magenulkus zu bestimmen. Das Nomogramm stellt nach Ansicht der Forscher ein prognostisches Werkzeug dar, das einfach bei einzelnen Patienten angewandt werden kann und den Ärzten hilft, das jeweilige Risikolevel zu erklären.

1-Lee TY et al. A tool to predict risk for gastric cancer in patients with peptic ulcer disease on the basis of a nationwide cohort. Clin Gastroenterol Hepatol. 2014 Jul 30.

 

 

FaceBook  Twitter  

Zusätzliche Informationen