Frei#  Bisher fehlen Empfehlungen bei einer Fehlintubation in der Notaufnahme. Sollten die Ärzte erneut mit dem direkten Larnygoskop probieren, oder besser auf ein Video-Larnygoskop wechseln. Diese Frage ging eine aktuelle Studie in "Journal of Emergency Medicine" (1).

Die Autoren sammelten prospektiv Daten von allen Patienten, die von 2009 bis 2014 in der Notaufnahme einer akademischen Klinik intubiert wurden, wenn sowohl ein direkter Larnygoskop als auch ein Video-Larnygoskop (C-MAC®) zur Verfügung standen.

Innerhalb der 5-jährigen Studienzeit gab es 460 orotracheale Intubations-Versuche, die beim ersten Anlauf nicht erfolgreich waren. Bei 398 (86.5%) der Fälle unternahm der gleiche Arzt einen zweiten Intubations-Versuch. Video-Larnygoskop wurde für den zweiten Versuch bei 141 Fällen angewendet, und war in 116 (82%) Fällen erfolgreich. Direkter Larnygoskop kam bei 94 Fällen zum Einsatz, und war bei 58 (61%) erfolgreich. Die Multivariable-Analyse zeigte, dass der zweite Intubationsversuch mit dem Video-Larnygoskop häufiger erfolgreich war, als mit dem direkten Larnygoskop.

Fazit: Nach einem nicht erfolgreichen Intubationsversuch, unabhängig davon welches Gerät verwendet wurde, gelang der Versuch mit dem Video-Larnygoskop signifikant häufiger als mit dem direkten Larnygoskop. Laut Autoren sollte der Video-Larnygoskop nach einer nicht erfolgreichen Intubation dem direkten Larnygoskop vorgezogen werden.

Anmerkung: Vermutlich ist der Video-Larnygoskop auch bei schwierig zu intubierenden Patienten (schwere Adipositas, schwierige anatomische Verhältnisse) die bessere Wahl zum Intubieren. In Deutschland ist der Video-Larnygoskop noch nicht sehr verbreitet, die Ärzte müssten erstmals dessen Handhabung trainieren.

1-Sakles et al. The C-MAC® video laryngoscope is superior to the direct laryngoscope for the rescue of failed first-attempt intubations in the emergency department. J Emerg Med. 2014 Dec 11

 

 

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