Frei#  Bekanntlich glauben die Menschen, dass je teurer ein Produkt ist, desto besser müsste es sein, obwohl zahlreiche Tests diese Hypothese widerlegt haben (Beispiel: Vergleich der Aldi-Champagner in der Blindverkostung mit den teuren französischen Champagner). Eine aktuelle Studie in „Neurology" ging dieser Frage bei Parkinson-Patienten nach, die zusätzlich zu der Levo-Dopatherapie eine billige und teure Placebo-Medikation erhalten hatten.

In die Studie waren insgesamt 12 Patienten mit mittlerer bis schwerer Parkinson-Krankheit und motorischen Fluktuationen hatten (mittlerer Alter 62 Jahre). Nach der initialen Levo-Dopa-Therapie wurden sie entweder für einen „billigen" oder „teuren" subkutanen „neuen injizierbaren Dopamin-Agonisten" (normales Kochsalz-Lösung als Placebo) randomisiert. 4 Stunden später wurde der Parkinson-Status mit verschiedenen Scores gemessen. Die Ergebnisse:

Alle Patienten sprachen auf die initiale Levodopa-Therapie an. Des Weiteren die Gabe der beiden Placebos verbesserte bis fast 10% die motorischen Funktionen, die Ansprechrate war jedoch in Verbindung mit dem teuren Placebo deutlich höher.

Die Aktivierung der Gehirnareale unter dem Billig-Placebo war zudem größer als unter Teuer-Placebo und L-Dopa.

Fazit: Teure Placebo verbesserte die motorischen Funktionen und verringerte die Aktivitäten der Hirnareale signifikant mehr als die Billig-Placebo. Anscheinend die Wahrnehmung der Kosten ändert selbst das Ansprechen auf die Placebo-Präparate.

Anmerkung: So ist der Mensch, ob Alt oder jung, ob krank oder gesund, wir können uns von den gesellschaftlichen Zwängen nicht lösen. Wir sollten nur aufpassen, dass Firmen den Preis ihrer Produkte –z.B. bei teuren Präparaten bei Krebskrankheiten- nicht als Marketing-Instrument verwenden: Teuer heißt nämlich auch im Medizin nicht automatisch besser.

1-Espay et al. Placebo effect of medication cost in Parkinson disease: A randomized double-blind study. Neurology 2015 Jan 28.

 

 

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