Frei#  Auf der Grundlage der Ergebnisse von Studien mit zwei bzw. fünf Jahre dauernder Beobachtungszeit hatte die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA 2012 die Nutzung eines magnetischen Rings zur Verstärkung des unteren Ösophagussphinkters bei Patienten mit gastroösophagealem Reflux (GERD) zugelassen. Eine aktuelle Studie berichtet nun über die finalen Ergebnisse fünf Jahre nach dem Eingriff.

Anmerkung: Das LINX-System soll hier beispielhaft genannt werden. Es handelt sich um eine Ring der aus einzelnen magnetischen Kugeln besteht und um den distalen Ösophagus gelegt wird um die Sphinkterfunktion zu unterstützen. Gegenanzeigen stellen eine Hiatushernie von mehr als 3 cm Grösse dar, sowie ein Barrett Ösophagus im fortgeschrittenen Stadium, Schwangerschaft, Herzschrittmacher oder Notwendigkeit einer MRT.

Es wurde eine prospektive Studie zur Sicherheit und Effektivität des magnetischen Rings bei 100 Erwachsenen mit GERD seit 6 Monaten oder länger durchgeführt. Die Patienten sprachen teilweise auf die Behandlung mit Protenenpumpeninhibitoren (PPI) an und der pathologische Einfluss von Magensäure auf den unteren Ösophagus als Ursache der Symptomatik galt als gesichert. Forscher führten die Studie an 14 Zentren in den USA und den Niederlanden durch. Ein magnetischer Ring wurde im Rahmen einer Laparoskopie mit standardisierten Techniken und Materialien eingebracht. 85 Teilnehmer wurden anschliessend über fünf Jahre beobachtet hinsichtlich der Lebensqualität, Refluxkontrolle, Einsatz von PPI und unerwünschten Nebenwirkungen. Der auf GERD bezogene Fragebogen zur Lebensqualität (GERD-HRQL) wurde von den Patienten vor und nach der Intervention beantwortet, somit übernahmen die Patienten selbst eine Kontrollfunktion.

Ein partielles Ansprechen auf PPI wurde im Fragebogen GERD-HRQL mit der Punktzahl 10 oder weniger beziffert falls die Patienten vorangehend schon PPI eingenommen hatten. Falls die Einnahme von PPI sonst nicht üblich war, wurde eine partielle Wirksamkeit mit 15 oder mehr Punkten bewertet.

Alternativ dazu wurden sechs oder mehr Punkte addiert wenn die beiden Patientengruppen mit oder ohne vorangehende PPI Einnahme verglichen wurden.

Innerhalb des Follow-up wurden keine Erosionen, Dislokationen oder Fehlfunktionen des magnetischen Ringes festgestellt.

Zu Beginn der Untersuchung betrugen die medianen GERD-HRQL Scores 27 bei Patienten die keine PPI eingenommen hatten und 11 Punkte bei Patienten mit PPI-Einnahme. Fünf Jahre nach der Intervention nahm dieser Punktwert auf vier ab.

Alle Patienten nahmen zu Beginn der Studie PPI. Nach fünf Jahren waren es nur noch 15,3%.

Moderater bis schwerer Reflux trat bei 57% der Teilnehmer zu Beginn auf und nur noch bei 1,2% nach fünf Jahren.

Für alle Patienten war es auch nach der Intervention noch möglich aufzustossen oder zu erbrechen.

Eine Dysphagie trat bei 5% der Patienten vor der Intervention und bei 6% danach auf; Überblähung des Magens bei 52% vor der Intervention und bei 8,3% nach fünf Jahren.

Fazit: Die Verstärkung des unteren Ösophagussphinkters mittels eines magnetischen Ringes sorgt für eine signifikante und anhaltende Refluxkontrolle mit minimalen Nebeneffekten oder Komplikationen. Es traten keine weiteren Sicherheitsrisiken innerhalb von fünf Jahren nach der Intervention auf.

Diese Daten belegen die Langzeit Sicherheit und Effektivität des magnetischen Speiseröhrenringes bei Patienten mit gastroösophagealem Reflux.

Medknowledge-Anmerkung: In den letzten Jahren wurden Patienten mit schwerem Sodbrennen, die auf die medikamentöse Therapie (Hochdosiert PPI) nicht angesprochen hatten, immer häufiger einer Anti-Reflux-Operation unterzogen. Somit stellt die laparoskopischen Implantation von Magnet-Ringen eine neue Alternative zu der bekannten Antireflux-Operation.

1- Was ist magnetic sphincter augmentation device Ganz et al. Long-term outcomes of patients receiving a magnetic sphincter augmentation device for gastroesophageal reflux. Clin Gastroenterol Hepatol. 2015 Jun 2  

2-Video zur laparoskopischen Implantation https://www.youtube.com/watch?v=K2HWlfrpC8A

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