Oft wird das Sepsis-Risiko bei Patienten, die mit Verdacht auf eine Infektion auf die Notaufnahme eingewiesen werden, unterschätzt. Eine aktuelle Studie in "Critical Care Medicine" verglich verschiedene Scores zur Abschätzung der Mortalität bei Patienten mit V.a. eine Infektion, die sich auf Notaufnahmen in Australien zwischen 2007 und 2011 vorgestellt hatten (1).

 Frei#  Die Welt-Gesundheits-Organisation (WHO) hat eine neue Leitlinie zur Diagnose- und Therapie-Management der latenten Tuberkulose bei Ländern mit niedriger Tuberkulose-Inzidenz (z.B. Deutschland oder westeuropäische Länder) publiziert.

Jedes Jahr erkranken viele Menschen mit Herpes-Zoster-Infektion an postherpetischer Neuralgie (PHN). Die Herpes-Zoster-Impfung (Zostavax) ist zur Immunisierung von Personen ab 50 Jahren zugelassen. Bisher wurde die Herpes-Zoster-Impfung vor allem bei älteren Menschen mit Begleitkrankheiten angewendet. Die Kosteneffektivität der Impfung bei Menschen zwischen 50 bis 59 Jahren ist noch unbekannt. Eine Studie in "Annals of Internal Medicine" ging dieser Frage nach (1).

Frei#  Die Tuberkulose ist eine weltweit verbreitete, bakterielle Infektion, die häufig die Lunge befällt und unbehandelt tödlich verlaufen kann. Da diese Erkrankung im Akutstadium hoch ansteckend ist, ist eine strenge Isolation Betroffener unerlässlich. Um die Dauer der Isolation von Patienten mit Verdacht auf pulmonale Tuberkulose zu bestimmen, werden fortlaufend mehrere Abstriche des Auswurfes genommen und mikroskopisch untersucht. Dies kann dazu führen, dass Patienten mit nicht ansteckender Tuberkulose tagelang in Quarantäne sind.

Frei#  Zunahme der Antibiotika-Resistenzen haben die Therapie-Optionen für Gonorrhö weltweit reduziert. Solithromycin ist ein neues orales Fluoroketolid-Antibiotikum, welches in-vitro-Aktivität gegen Neisseria gonorrhoeae zeigt. Eine aktuelle Studie untersuchte die Wirkung von Solithromycin als orale Einzeldosis (1200mg oder 1000mg) gegen unkomplizierte Gonorrhö.

Frei#  Es gibt Hinweise, dass eine Glukokortikoid-Therapie mit Dexamethason bei Patienten mit septischer Arthritis als Zusatztherapie zur Antibiotika die Entzündungsreaktion verringern und somit den Outcome bessern kann. Eine aktuelle randomisierte Studie in "Pediatrics" untersuchte die Wirksamkeit von Dexamethason als Zusatztherapie zu Antiotika bei Kindern mit septischer Arthritis (1).

Frei#  Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde CDC hat eine neue Leitlinie über Sexuell-übertragbare Krankheiten (STD) veröffentlicht (1).

Frei#  Aktuelle Studie in "Critical Care Medicine": Die schnelle Identifikation von Erregern bei Patienten mit schweren Infektionen ist unerlässlich, um die antimikrobielle Therapie sowie das Patientenüberleben zu verbessern. Jedoch ist die bisher genutzte Erregeridentifikation mittels Kultur langsam und unzuverlässig. Aus diesem Grund werden oftmals Breitspektrumantibiotika eingesetzt, um alle potentiellen Keime abzudecken, auch wenn dadurch das Risiko für eine Überbehandlung oder Nebenwirkungen besteht und die Entstehung multiresistenter Bakterien gefördert wird. Mittels Polymerasekettenreaktion/ Elektrospray-Ionisationsmassenspektrometrie (PCR-ESI/MS), einem neuen, kulturunabhängigen Verfahren, kann der Genotyp eines Erregers ohne dessen vorherige Kenntnis innerhalb von 6 Stunden bestimmt werden. Diese Studie verglich die Ergebnisse der PCR-ESI/MS mit denen der standardmäßig eingesetzten mikrobiologischen Testung und evaluierte die möglichen klinischen Konsequenzen dieses Verfahrens.

Zur Behandlung der MRSA (meticillin resistant Staphylococcus aureus)-Infektion gibt es wenige therapeutische Möglichkeiten. Am Häufigsten wird Vancomycin eingesetzt, kann aber nur intravenös verabreicht werden. Das neue Antibiotikum Linezolid (2) kann zwar oral gegeben werden, ist aber wesentlich teurer. Das in Deutschland altbekannte Trimethoprim/Sulfamethoxazol oral ist auch wirksam gegen MRSA. Bisher fehlen jedoch die Vergleichsdaten zwischen Trimethoprim/Sulfamethoxazol und Vancomycin. Eine aktuelle randomisierte Studie (1) aus Israel verglich die beiden Substanzen zur Therapie schwerer MRSA-Infektionen.

Studie in "Clinical Infectious Diseases": Der Vorteil von schneller, Panel basierender molekularer Diagnostik bei positiven Blutkulturen ist bisher nicht komplett erforscht. Unter einem Diagnostik-Panel versteht man die gleichzeitige Sequenzierung aller Gene, die für eine bestimmte Erkrankung relevanten sind. Dies ist im Gegensatz zur herkömmlichen Gen-für-Gen-Sequenzierung deutlich schneller und kostengünstiger. Zudem kann mittels Panel-Diagnostik aufgrund der parallelen Sequenzierung von bis zu mehreren hundert Genen signifikant häufiger die genetischen Ursache gefunden werden. Wissenschaftler evaluierten mit einer prospektiven randomisierten kontrollierten Studie die Outcomes, die mit der Detektion von Bakterien, Pilzen und Resistenzgenen in positiven Blutkulturen durch die rapid multiplex Polymerasekettenreaktion (rmPCR) assoziiert sind.

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