Frei#  Die Tuberkulose ist eine weltweit verbreitete, bakterielle Infektion, die häufig die Lunge befällt und unbehandelt tödlich verlaufen kann. Da diese Erkrankung im Akutstadium hoch ansteckend ist, ist eine strenge Isolation Betroffener unerlässlich. Um die Dauer der Isolation von Patienten mit Verdacht auf pulmonale Tuberkulose zu bestimmen, werden fortlaufend mehrere Abstriche des Auswurfes genommen und mikroskopisch untersucht. Dies kann dazu führen, dass Patienten mit nicht ansteckender Tuberkulose tagelang in Quarantäne sind.

Diese Studie untersuchte, ob eine einzige Probe, die mittels Polymerasekettenreaktion (PCR) negativ auf Mycobacterium Tuberculosis Komplex getestet wird zur Festlegung der Isolationsdauer genutzt werden kann.

Hierfür wurden retrospektiv Sputumproben evaluiert, die im International Reference Laboratory of Mycobacteriology in Kopenhagen, Dänemark von 2002 bis 2011 auf Mycobacterium Tuberculosis Komplex untersucht wurden.

Ausgewählt wurden kulturbestätigte Tuberkulosefälle mit mehr als 3 Sputumproben 14 Tage vor oder nach der initial kulturpositiven Probe. Zudem wurden Patienten ausgewählt mit 2 oder mehr Proben innerhalb von 28 Tagen.

Das primäre Outcome waren PCR-negative, Abstrich-positive Patienten.

Eingeschlossen wurden 53533 Sputumproben von 20928 Patienten. 1636 hatten eine kulturbestätigte Tuberkulose. Von diesen hatten 856 3 oder mehr Sputumproben, die innerhalb von 28 Tagen analysiert wurden und 482 hatten ein oder mehr als ein PCR Ergebnis.

Bei 9 Patienten (2.5% der Abstrich-positiven Patienten) war das Abstrichergebnis positiv und die PCR negativ. 8 von 9 hatten einen positiven Abstrich in nur einer von 3 Proben und 5 hatten einen zu niedrigen Infektionsgrad im Sputum.

Von 722 Patienten mit 2 Proben war bei 7 (1.3% der Abstrich- positiven Patienten) der Abstrich positiv und die PCR negativ.

Bei Patienten mit 1 Probe gab es zwischen der mikrobiologischen Abstrich-Untersuchung und dem PCR-Test keine unterschiedliche Ergebnisse.

Alles in allem war der Abstrich der Proben, die ein negatives PCR Ergebnis hatten, bei keinem der Patienten positiv .

Fazit: Mittels PCR-Test konnten mehr als 97% der Abstrich-positiven Fälle identifiziert werden. Die Fälle, die durch das Verfahren nicht erkannt wurden, hatten einen geringen Infektionsgrad im Sputum.

Anmerkung: Die Ergebnisse zeigen, dass wenn der PCR-Test negativ ausfällt, die Isolation relativ sicher aufgehoben werden kann.

1-Floe et al. Shortening isolation of patients with suspected tuberculosis by using polymerase chain reaction analysis: A nationwide cross-sectional study. Clin Infect Dis. 2015 Nov 1;61(9):1365-73

 

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