Frei#  Neuroleptika werden bei Demenz-Patienten mit Unruhe oder deliranter Symptomatik oft verwendet. In den letzten Jahren haben jedoch mehrere Studien gezeigt, dass Neuroleptika das Mortalitäts-Risiko der Demenz-Patienten erhöhen, und daher reduziert bzw. gar nicht eingesetzt werden sollen. Eine aktuelle Studie aus England untersuchte die Auswirkungen der Neuroleptika-Reduktion bei Demenz-Patienten in 16 englischen Pflegeheimen (1).

Akuter Schwindel kommt in der Notaufnahme relativ häufig vor, und es ist nicht immer einfach einen akuten Schlaganfall als Ursache auszuschließen.

Frei# Bei vielen Patienten wird inzwischen selbst bei unspezifischen Beschwerden wie Schwindel oder Synkopen eine Karotis-Doppler-Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Als Folge werden bei vielen hochgradige Karotisstenosen (>70%) diagnostiziert, obwohl viele dieser Patienten weder eine Schlaganfall noch eine TIA-Vorgeschichte haben, werden sie oft einer operativen Endarteriektomie unterzogen, oder erhalten einen Karotisstent. Folgedessen steigen die Zahlen der Karotis-Eingriffe in den westlichen Ländern, allen voran in den USA.

Frei#  Eine aktuelle Studie in “Journal of the American Geriatric Society” untersuchte die Assoziation über Hörverlust und kognitive Abbau bei älteren Menschen, und ob die Verwendung der Hörgeräte die mentale Verschlechterung durch den Hörverlust verlangsamen können (1).

Im August 2015 hatten wir eine US-Leitlinie zur Therapie der spontanen intrazerebralen Blutungen veröffentlicht (2). Darin wurde empfohlen, dass der Blutdruck bei Patienten mit systolischem Blutdruck zwischen 150 und 220mmHg, bei denen keine Kontraindikation für eine Blutdrucksenkung besteht, relativ sicher < 140mmHg gesenkt werden kann. Eine aktuelle JAMA-Studie zum gleichen Thema kommt zu ähnlichen Ergebnissen, spezifiert aber weiter die Blutdruck-Ziele zur Vermeidung vom Rezidivrisiko bei Patienten, die bereits eine intrazerebrale Blutung erlitten haben (2).

Nach Schädelhirntrauma kann eine intrakranielle Hypertension (Druckerhöhung im Gehirn durch Ödem infolge der Verletzungen) durch Hypothermie reduziert werden. Jedoch ist das funktionelle Outcome nach einer solchen Behandlung unklar. Eine aktuelle Studie in "NEJM" ging dieser Frage nach (1).

Trotz nachgewiesener Effektivität der Aciclovirtherapie bei Herpes Simplex Enzephalitis (HSE), bringt diese Erkrankung eine erhebliche Morbidität und Mortalität mit sich. Bei HSE-Patienten, die mit Aciclovir behandelt wurden, betrug die Mortalitätsrate ungefähr 14-19%. Von den Überlebenden haben 45-60% neuropsychologische Spätkomplikationen nach einem Jahr. Aus diesem Grund hat die Verbesserung des therapeutischen Vorgehens oberste Priorität.

Bisher wurden die Epilepsien streng als fokal, generalisiert usw. klassifiziert und behandelt. Eine neue Studie in "Neurology" untersuchte, ob die Übergänge zwischen einzelnen Epilepsie-Formen und deren Therapien doch fliessend sind (1).

Es fehlen noch Daten zur Identifizierung der Kinder, mit unprovoziertem Krampfanfall, bei denen eine akute neurologische Bildgebung (CCT, MRT-Kopf) indiziert ist. Eine aktuelle Studie in „Pediatrics" untersuchte die relevanten abnormen (~pathologischen) intrakraniellen Befunde bei Kindern, die zum ersten Mal einen Krampfanfall ohne erkennbare Ursache erlitten und sich bei Notaufnahmen von 6 Kliniken in den USA behandeln ließen (1).

Post-Schlaganfall-Pneumonie ist mit einer erhöhten Mortalität und schlechtem funktionellem Outcome assoziiert. Eine aktuelle Studie in "Lancet" untersuchte die Wirksamkeit der Antibiotika-Gabe zur Pneumonie-Prophylaxe bei Patienten mit akutem Schlagaanfall und Dysphagie (Schluckstörungen).

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