Frei#  Es gibt Hinweise, dass Kognitive Verhaltenstherapie gegen Insomnie (CBT-I: cognitive behavioral therapy for insomnia) wirksam ist. Zwei aktuelle Studien (1,2) untersuchten die Effizienz der Verhaltenstherapie bei akuter und chronischer Insomnie.

Studie aus England über akute Insomnie und Verhaltenstherapie (1):

Bekanntlich kann akute Schlaflosigkeit sich in einen chronischen Zustand verwandeln. Daher ist es wichtig, es ernst zu nehmen. Eine aktuelle randomisierte Studie in „Sleep" untersuchte, ob die Verhaltenstherapie bei akuter Schlaflosigkeit einen positiven Effekt hat (1).

In die Studie waren 40 Menschen (mittleres Alter 32 Jahre) involviert, die erst in den letzten 3 Monaten unter akuter Insomnie leideten und bisher keine Therapie auch keine Medikamente hatten.

Die Hälfte der Patienten erhielten einmalig eine 60- bis 70-minutige kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie sowie eine Infobroschüre über diese Behandlung, die andere Hälfte bildete die Kontrollgruppe ohne Verhaltenstherapie.

Die Ergebnisse nach einem Monat zeigten, dass die akute Schlaflosigkeit bei 60% der Teilnehmer der Verhaltenstherapie-Gruppe sich signifikant besserte, in der Kontroll-Gruppe bei lediglich 15%.

Fazit: Eine einstündige kognitive Verhaltenstherapie war zur Therapie der akuten Schlaflosigkeit wirksam. Die Autoren schlagen vor, die Verhaltenstherapie in das Therapie-Management von Insomnie zu integrieren.  

Studie über chronische Insomnie und Verhaltenstherapie (2):

Eine Meta-Analyse in „Annals of Internal Medicine" überprüfte die Wirksamkeit der kognitiven Verhaltenstherapie diesmal gegen chronische Insomnie (Schlaflosigkeit). Die Autoren analysierten die Ergebnisse von 20 Studien mit 1162 Teilnehmern zu diesem Thema.

Patienten mit Komordiditäten (somatische und psychiatrische Krankheiten) wurden von der Bewertung ausgeschlossen. Die Teilnehmer hatten mindestens 2 Therapie-Sitzungen mit mindestens 3 der folgenden Therapiemerkmale: Kognitive Therapie, Stimuluskontrolle, Schlafrestriktion, Schlafhygiene und Entspannungsübungen.

Die Ergebnisse zeigten, dass kognitive Verhaltenstherapie auch gegen chronische Insomnie klinisch wirksam und nützlich ist.

Anmerkung: Früher dominierten Psychoanalyse und Tiefenpsychologie das Feld der Psychotherapie, es hörte sich so tiefgehend an, ließ sich gut darüber diskutieren. Neue Studien zeigen jedoch, dass die praktische Verhaltenstherapie bei vielen psychischen Problemen -wie Angststörungen oder Phobien- konkrete Hilfe innerhalb kurzer Zeit anbieten kann, obwohl oder vielleicht gerade deswegen sie nur auf der „Oberfläche" symptomorientiert agiert.

1-Ellis et al: Treating Acute Insomnia: A Randomized Controlled Trial of a "Single-Shot" of Cognitive Behavioral Therapy for Insomnia. Sleep. 2015 Jun 1;38(6):971-8. 

2-Trauer et al. Cognitive behavioral therapy for chronic insomnia: A systematic review and meta-analysis. Ann Intern Med, 9 June 2015

 

 

 

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