Frei#  Medikamentöse und operative Therapie werden bei der schweren gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) eingesetzt. Aufgrund der befürchteten postoperativen Risiken wird die Antireflux-Operation jedoch seltener durchgeführt. Eine aktuelle Studie in "British Journal of Surgery" überprüfte die Kurzzeit-Mortalität der laparoskopischen Fundoplicatio (Antireflux-Operation).

Die Autoren werteten mit Hilfe des nationalen Patientenregisters die Daten von allen Patienten in Schweden, die sich in Krankenhäusern zwischen 1997 und 2013 einer laparoskopischen Fundoplicatio unterzogen hatten.

Die Patienten waren im Alter von 18 bis 65 Jahren und litten alle unter GERD. 8947 Patienten waren in die Studie involviert. Die mittlere Krankenhaus-Verweildauer betrug 2 Tage.

Die jährliche Rate der laparoskopischen Antireflux-Operation sank in dieser Periode von 15 auf 2 bei 100.000 Patienten, während der Anteil der Patienten mit Komorbidität sich verdoppelte.

Die Gesamt-, 90- und 30-Tagesmortalität betrug 0.08 (7 Patienten) und 0.03% (3 Patienten) respektive. Nur ein Todesfall stand direkt mit der Operation in Verbindung.

Die Re-Operation-Rate nach 90 Tagen betrug 0.4% (39 Patienten).

Komorbidität und hohes Alter waren mit einer längeren Krankenhaus-Verweildauer, nicht jedoch mit einer Zunahme der Re-Operationen assoziiert.

Fazit: Laparoskopische Fundoplicatio war sicher und mit einer sehr niedrigen Rate für Mortalität und Wiederholungs-Operationen assoziiert. Die Autoren hoffen, dass diese Ergebnisse die Entscheidungsfindung für oder gegen eine Operation bei GERD beeinflussen würden.

Medknowledge-Anmerkung: Bei der laparoskopischen Antireflux-Operation spielt die Erfahrung der Chirurgen, und wie häufig dieser Eingriff in dem jeweiligen Krankenhaus durchgeführt wird, eine entscheidende Rolle. In Deutschland werden momentan in wenigen Zentren jährliche Fallzahlen > 100 erreicht.

J. Maret-Ouda et al: Mortality from laparoscopic antireflux surgery in a nationwide cohort of the working-age population. British Journal of Surgery. 21 MAR 2016

 

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