Frei#  2013 hatten wir eine Studie vorgesellt, in der der BTK-Hemmer Ibrutinib zur Rezidivtherapie einer Chronisch Lymphatischen Leukämie (CLL) eingesetzt wurde (2). Inzwischen ist eine neue zweite Studie in "NEJM" im Dezember 2015 erschienen, in der vorher unbehandelte CLL-Patienten initial mit Ibrutinib Chlorambucil behandelt wurden (1).

Insgesamt 269 therapienaive Patienten (Alter > 65 Jahre), die entweder CLL oder deren Subform "small lymphocytic lymphoma" (SLL) hatten, wurden oral entweder für Ibrutinib oder Chlorambucil randomisiert.

Nach einer mittleren Beobachtungszeit von 18 Monaten kam es unter Ibrutinib zu einem längeren progressions-freien Überleben als unter Chlorambucil (HR 0.16).

Ibrutinib verbesserte des Weiteren das Gesamtüberleben nach 24 Monaten (98% vs. 85% mit Chlorambucil).

In beiden Gruppen erlitten etwa 20% der Patienten Nebenwirkungen. Therapie wurde häufiger in der Chlorambucil-Gruppe abgebrochen.

Schlussfolgerung der Autoren: Ibrutinib war als initiale Therapie der CLL effektiver als Chlorambucil.

Medknowledge-Anmerkung: Anscheinend soll Ibrutinib nicht nur bei Rezidivtherapie nach Erstlinientherapie, aber auch direkt bei Ersttherapie eingesetzt werden.

1-Burger JA et al. Ibrutinib as initial therapy for patients with chronic lymphocytic leukemia. NEJM Dec 6 2015  

2- Spezifische Target-Therapie der CLL-Rezidiv mit dem BTK-Hemmer Ibrutinib, 07/2013

 

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